HvD schreibt: "Was unsere Augen aufnehmen, wird nicht etwa so weitergegeben, wie es ist. Es wird in jedem Fall auf eine äußerst komplizierte Weise verarbeitet."
Dabei gehe es darum, unsere Überlebenschancen zu vergrößern. Dem werde die Objektivität der Informationen untergeordnet.
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Wir brauchen uns also auf unsere sog. Objektivität nicht allzu viel einzubilden. Geiler von Kaisersberg, ein Prediger aus alten Zeiten, schrieb einmal, wir seien ganz blind in der Vernunft.
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HvD schreibt weiter, daß unser Wahrnehmungsapparat das Ergebnis einer Anpassung an die Außenwelt und deren Anforderungen sei, in dem die Erfahrung der Art enthalten sei, die sie im Verlauf ihrer Geschichte gemacht habe. Er geht sogar so weit, daß unsere Wahrnehmungsorgane mit dieser Erfahrung gleichzusetzen sind.
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So seien uns viele Wahrnehmungsfunktionen angeboren bzw. apriori gegeben wir z.B. räumliche Tiefe, Farben etc.
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Ähnliche Gedanken finden sich bei Platon (Höhlengleichnis),Kant, Schopenhauer (die Welt sei die Gehirnfunktion) u.a. Schopenhauer schreibt sinngemäß, daß unser Gehirn nicht dafür da sei, Metaphysik zu betreiben, sondern uns einen Überlebensvorteil zu verschaffen. Insofern würden wir unser Denken zweckentfremden. Allerdings hat sich unsere Umwelt stark verändert. Es geht nicht mehr so sehr darum, dem Nachbarstamm die Rinder zu stehlen und die Keule zu schwingen (oder doch?).
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Hoimar von Ditfurth: Der Geist fiel nicht vom Himmel (die Evolution unseres Bewußtseins), Hamburg 1976, S. 309 ff. (darin u.a. vielsagende Kapitel wie Kap. 12: Die Welt steckt im Gehirn; Kap. 13: Die Welt vom Zwischenhirn aus betrachtet (was-by the way- meine Lateinschüler gar nicht anders kennen).-Mein alter Physiklehrer (P.S., Gymn. Gernsheim am Rhein) sagte einmal (er sagte noch viel mehr, daß nämlich das Volk Fußballplätze brauche und noch eine andere Einrichtung)-das war, glaube ich anno1976: Wenn du deinen (er meinte sicher damit kleinen) Horizont erweitern willst, lies "Im Anfang war der Wasserstoff" von HvD!-Das habe ich getan und mittlerweile lese ich das Werk zum zweiten Mal. Zur Horizonterweiterung (hat leider nur partiell hingehauen). Iussu (auf Befehl) meines Physiklehrers.
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Dienstag, 28. August 2018
Donnerstag, 19. April 2018
MORGAGNUS: "WOLLARBEITER", Teil 2: dem lat. Satzbau weitgehend "folgend"
Als ich dies tat, habe ich auch jenes bemerkt, daß nirgends mit irgendwelchen Schnitten der (in die) Venen irgendeine gelbe Stelle sich gezeigt hat (erschien,; sichtbar wurde), was ohne Zweifel (zweifelohne; freilich) ein Anzeichen zu sein pflegt von "kleinen Zweigen" , welche, sobald als man sie quer einschneidet; "hepatitici ductus"=die Leberverbindungen;-schnitte (???): Sinn völlig unklar!!!), sei es daß jene wegen der geringen Absonderung der Galle in der Leber "in sich" (?) bis zu einemgewissen Grade zusammengefallen waren, sei es daß vielmehr (eher), weil diese bleicher und weniger geeignet zum Befeuchten Färben (?) (: ad tingendum; Sinn unklar!) war: und gewiß in einer Zyste, angesichts der Masse (Größe) der Leber, klein und kümmerlich; klein war die Galle und von einer Farbe sich gleichsam zum Aschgrauen neigend (ins Graue gehend); die Milz war um das Doppelte größer, als sie zu sein pflegt, gemäß allen Ausdehnungen (Ausmaßen); die übrigen (Organe; das übrige), wie weit (inwiefern) ich es beurteilen konnte, war nicht zu "mißbilligen" (also in Ordnung). Die Milz (?)-Arterie, vom Ursprung bis zum Ende, entgegen wie wir gewohnt sind zu sehen, nichts irgendwo "des Verdrehten habend" (hatte keine verdrehten Stellen), nichts, um es so zu sagen, des "Voller-Krampfadern-Seins" (also auch keine Krampfadern) nicht mehr als an einem "ausgenommenen Ort" (mit Ausnahme einer stelle) um die Mitte der Länge, in der (wo) sie kaum etwas gekrümmt wurde (war; sich beugte; verdreht wurde; verändert war). Im "mesaraeum" (?, das Wort konnte ich nicht finden!) war ein harter Körper eingewachsen von der Größe einer mittleren Kirsche (mäßig großen Kirsche) und fast von der Form einer solchen (Kirsche), doch von ungleichmäßiger und körniger Gestalt, von "mittlerer" Beschaffenheit zwischen knöcherner und steinartiger (Materie): dessen eine Seite der arteriöse und venöse "Zweig" dicht (fest, eng?) beim Übergang (Durchgang) streifte(n) (berührte) und nicht darunter ging(en) (hinauf führten?); von dort zu den Eingeweiden fortfahrend (gehend), die ungefähr zwei Finger breit von diesem Körper entfernt waren. Die Scham-oder wenn du lieber willst, das "Anhängsel"-hatte jenen "Seitenweg" (?, Abweichung?), welches, weil ich es im Brief 34, 1 (siehe Werke) beschrieben habe, hier genug gewesen sein wird (es mag hier genügen), dies erwähnt zu haben. Es ist hier fördelich, anderes anzumerken, was ich im Bauch dieses Menschen erblickt (gesehen) habe.
(...)
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Bestimmt nichts Fröhliches! Anmerkung des Übersetzers.
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(...)
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Bestimmt nichts Fröhliches! Anmerkung des Übersetzers.
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MORGAGNUS, TOMUS 2, LIB. 3, epistula 36, 23: dem lat. Satzbau weitgehend folgend; Teil 1: STORY vom WOLLARBEITER
Ein WOLLARBEITER, ungefähr 40 Jahre, war ins Krankenhaus von Padua gekommen wegen "Abschließungen" der Hypochondrien (Seitenweichen), wie er selbst sagte. Daß er "Wahres sprach" (die Wahrheit sagte; um es klar auszudrücken ?), sowohl die schlechte Farbe des Gesichtes und leichtes Fieber (auch: ein Fieberanfall), durch den er oft befallen gewesen war, und er auch nicht "entbehrte"(entbehren:=hatte nicht; d.h. er hatte auch zu dieser Zeit Fieber; doppelte Verneinung ("nicht nicht"); Litotes; zur Verstärkung des Ausdrucks!) genau zu dieser Zeit selbst, zeigten (dies an), als auch besonders die an beide Hypochondrien angelegte (hinbewegte") Hand, hauptsächlich an die rechte, , bestätigte dies. Als (bzw. obwohl) dann schon mit Hilfe der Medikamente er etwas Fortschritte gemacht zu haben schien, da ist er von einem heftigen Fieber ergriffen worden, durch Anzeichen (unklare Stelle: "angefüllt"??-voller Zeichen?) der Entzündung des inneren Brustkorbes; und durch diese innerhalb 10 oder 12 Tage wird er "erschöpft" (getötet; stirbt). Der Leichnam, von wo (womit ?) ich als Anatom begann (,) im Jahre 1746 (,-??) ist in das Gymnasium getragen worden.: diesen betrachtend (untersuchend), daß er weiß und nicht ganz abgemagert und mit nicht geschwollenen Füßen war, sah ich. Die Muskeln im Unterleib, als sie kaum zwei Tage nach dem Tod eingeschnitten waren (wurden), und zwar im Monat Januar, waren schlaff, und schon zum Teil zur grünlichen Farbe hin neigten sie sich. Dennoch, welche durch (im; durch den) Bauch zusammengehalten wurden ( im Bauch enthalten waren), gemäß der Natur verhielten sich, wenn man diese herausnahm. Die Leber groß über das Maß, so daß deren allzu große Größe in die Augen aller sogleich sprang ("hineinlief"; fiel), und obwohl außerhalb (im äußeren Bereich) von nicht schlechter Farbe, innerlich dennoch aus bläßlichem Dunkelbraun; schwärzlich), und das Ganze außerdem, sei es innen, sei es außen, mit angespannten Augen (aufmerksame Augen) hätte man sehen (betrachten) können (würde man sehen), durch einige braune Stellen unterschieden (daß es...unterschieden war) und daß härter, als zu sein pflegt (als gewöhnlich), was sowohl mit dem Finger als auch mit dem Seziermesser, während vielfältig (an vielen Stellen) entlang aller Wunden ("allen Flächen folgend") ich einschnitt, ich bemerkte.
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MORGAGNUS, EPISTULA 7,7 (FORTSETZUNG 2)
(Den lat. Satzbau beibehalten "habend", damit das Original durchscheine)
Auf der Stelle (sogleich) aber alles, was sein Gelnk war (das ganze Gelenk) unterhalb des hineingebrachten (erwähnten?) Bandes (Aderpresse) der Arterie, verlor die Kraft des Fühlens und des Bewegens, und wenige Stunden später ist es kalt geworden: und auch nicht mehr der Puls wurde wahrgenommen (konnte wahrgenommen werden). Dieser begann um den dritten Tag von der verbundenen Arterie an (also nachdem abgebunden wurde) wahrgenommen zu werden, aber kaum: doch um den 5. Tag war er gleichsam zum natürlichen Schwung (Lauf) schon wieder zurückgekehrt. Am Ausgang dieses Tages wird Blut im Bett bemerkt und daselbst (in diesem) werden die Binden, die die Wunde umgaben "feucht gesehen" (...daß sie feucht waren; trieften). Nachdem diese vorsichtig entfernt worden waren und die Wunde angesehen worden war, brach weder irgendetwas an Blut (also kein Blut) hervor noch gibt es ein Anzeichen, von wo es (vorher) hervorgebrochen ist. Von diesem letzten "Ausbruch" (Sturz des Blutes) an wird der Puls wiederum völlig verloren (hört auf), nicht anders als wenn ein neues Band (Aderpresse) der Arterie angelegt ("hineingebracht") worden wäre. Aber das Glied erlangte dennoch nach vielen Tagen allmählich wieder die natürliche Wärme, auch die Beweglichkeit, doch dies später; denn 8 oder 9 Monate blieb eine Schwäche zurück ("stehen"; hielt an) und eine Magerkeit (Muskelschwund) und eine schwärzliche Farbe der Nägel und eine leichte Verletzung von der Kälte. Aber nachdem diese Zeit abgelaufen war, von der wir gesprochen haben, ging all dies zu Ende; wobei der Puls, wenn auch schlaff (träge, matt), zurückkehrte.
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Auf der Stelle (sogleich) aber alles, was sein Gelnk war (das ganze Gelenk) unterhalb des hineingebrachten (erwähnten?) Bandes (Aderpresse) der Arterie, verlor die Kraft des Fühlens und des Bewegens, und wenige Stunden später ist es kalt geworden: und auch nicht mehr der Puls wurde wahrgenommen (konnte wahrgenommen werden). Dieser begann um den dritten Tag von der verbundenen Arterie an (also nachdem abgebunden wurde) wahrgenommen zu werden, aber kaum: doch um den 5. Tag war er gleichsam zum natürlichen Schwung (Lauf) schon wieder zurückgekehrt. Am Ausgang dieses Tages wird Blut im Bett bemerkt und daselbst (in diesem) werden die Binden, die die Wunde umgaben "feucht gesehen" (...daß sie feucht waren; trieften). Nachdem diese vorsichtig entfernt worden waren und die Wunde angesehen worden war, brach weder irgendetwas an Blut (also kein Blut) hervor noch gibt es ein Anzeichen, von wo es (vorher) hervorgebrochen ist. Von diesem letzten "Ausbruch" (Sturz des Blutes) an wird der Puls wiederum völlig verloren (hört auf), nicht anders als wenn ein neues Band (Aderpresse) der Arterie angelegt ("hineingebracht") worden wäre. Aber das Glied erlangte dennoch nach vielen Tagen allmählich wieder die natürliche Wärme, auch die Beweglichkeit, doch dies später; denn 8 oder 9 Monate blieb eine Schwäche zurück ("stehen"; hielt an) und eine Magerkeit (Muskelschwund) und eine schwärzliche Farbe der Nägel und eine leichte Verletzung von der Kälte. Aber nachdem diese Zeit abgelaufen war, von der wir gesprochen haben, ging all dies zu Ende; wobei der Puls, wenn auch schlaff (träge, matt), zurückkehrte.
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MORGAGNUS, EPISTULA, 7, 7 (FORTSETZUNG)
(...) Es war diese im Grunde (am Bauch jener Höhlung; des Loches ?); so daß es sehr ungünstig war (nachteilig) wegen der Tiefe (dem Vergießen von Blut; Hervorströmen ?), die Arterie zu umschlingen (abzubinden; zu umwickeln; um sie "herumzubinden"). Nachdem er schließlich diese (sofort) oberhalb der Wunde verbunden ("gehemmt"; abgebunden) hatte, "sprang" (floß) nicht mehr (weiter) das Blut hervor, obgleich die Binde gelockert war.
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Dienstag, 6. März 2018
MORGAGNUS: VITA (TEIL 1)---HINWEIS: AD LECTOREM CARISSIMUM
Der erste Teil der VITA des MORGAGNUS befindet sich auf "novatlan. blogspot". Um diesen Blog nicht zu überfüllen, habe ich hier weitergeschrieben.
Es gibt eine Übersetzung der ersten 2 (oder 3 Bände ?) aus dem 18. Jh. (von Fr. Gg. Königsdörffer ?); ich weiß allerdings nicht, ob darin auch die Vita enthalten ist, ich glaube aber schon; leider konnte ich die Bände nirgends finden.
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Es gibt auch eine alte Englische Übersetzung, der Bände 1-?.
Zur ersten Information: Wikipedia-Artikel "Morgagnus".
Größere Auszüge scheint ein modernes Taschenbuch zu enthalten; 195 Seiten.
Bei ZVAB kann man einen Band-so man reich ist-erstehen!
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Festzuhalten bliebe: in Padua entstand das erste Werk über pathologische Anatomie; auch wurde dort der erste klinische Unterricht erteilt; daher ist diese Schule der Wegbereiter der modernen Medizin; siehe L. Premuda: Das "Märchen" der Anatomie und die Anfänge der modernen Medizin, Hexagon, 'Roche' 14, Nr. 1, 18, 21-24 (1986).
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Es gibt eine Übersetzung der ersten 2 (oder 3 Bände ?) aus dem 18. Jh. (von Fr. Gg. Königsdörffer ?); ich weiß allerdings nicht, ob darin auch die Vita enthalten ist, ich glaube aber schon; leider konnte ich die Bände nirgends finden.
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Es gibt auch eine alte Englische Übersetzung, der Bände 1-?.
Zur ersten Information: Wikipedia-Artikel "Morgagnus".
Größere Auszüge scheint ein modernes Taschenbuch zu enthalten; 195 Seiten.
Bei ZVAB kann man einen Band-so man reich ist-erstehen!
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Festzuhalten bliebe: in Padua entstand das erste Werk über pathologische Anatomie; auch wurde dort der erste klinische Unterricht erteilt; daher ist diese Schule der Wegbereiter der modernen Medizin; siehe L. Premuda: Das "Märchen" der Anatomie und die Anfänge der modernen Medizin, Hexagon, 'Roche' 14, Nr. 1, 18, 21-24 (1986).
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MORGAGNUS: ÄUSSERE ERSCHEINUNG-DAS ENDE
MORGAGNUS war von großer Statur und schöner Erscheinung (Gestalt), von heiterer und fröhlicher Miene, mit braunen Haaren, blauen Augen und bis zum hohen Alter erfreute er sich ("gebrauchte er") seiner Sinne und bester Gesundheit; um diese zu erhalten, glaubte er, daß es sehr zuträglich gewesen sei, daß er immer seine Freude an einfacher Nahrung (Lebensweise) und Kleidung hatte, daß er nicht leicht die Zeit der Nahrungsaufmnahme wechselte (veränderte) und des Schlafens und daß er sich von der Unmäßigkeit des Klimas (Unbeständigkeit der Witterung) in acht genommen habe (gehütet hat). In bester Weise handelt er ungefähr in der Art von NESTOR (d.h. er lebte so wie Nestor, König von Pylos, der weise war) unter den Lebenden; auch blühte er ungeschwächt (frisch, wohlauf, geistig gesund) an hervorragenden Gaben des Geistes, bis daß er seine Seele Gott fromm und friedlich (ruhig, sanft) zurückgab am 6. Tag des Dezember im 71. Jahr dieses Jahrhunderts (des 18.), nachdem er das Leben in ehrenhaftester Weise über 89 Jahre "geführt" (gelebt) hatte und 9 Monate, ungefähr am 11. Tag durch einen "anständigen (schicklichen) Beerdigungszug hinausgetragen ("decenti funeris pompa elatus"; zu Grabe getragen) in (unter) allgemeiner Trauer der Bürger, die richtig erkannten, eine wie große Zierde und ein wie großer Hort der Medizin die Universität von Padua verloren hatte in dem EINZIGARTIGEN MORGAGNUS.
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FINIS---
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Leider war mein Latein nicht besser!
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FINIS---
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Leider war mein Latein nicht besser!
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MORGAGNUS: LA FAMIGLIA-15 BAMBINI
Er heiratete (nahm zur Frau) PAULA VERGERIA, seine Mirbürgerin, von vornehmen Geschlecht, mit der er aufs engste (vertrauteste) lebte und von der er 15 (!) Kinder bekam. Unter denen waren drei männlichen Geschlechts, von denen der Älteste ("durch Geburt Größte") sich durch die Ehe mit der edlen Frau MARIA SERUGHIA verband. Er starb aber im Jahre 1766, dem Vater nicht nur das sehr bittere Verlangen seiner (die Sehnsucht nach ihm) zurücklassend, sondern auch die Sorge um die Enkel, die er mit wunderbarem Eifer und Sorgfalt (Hingabe, Vorsorge) auf sich nahm. ein anderer der Söhne starb in der Kindheit; wieder ein anderer gab "den Namen" der Gesellschaft Jesu (d.h. er trat bei den Jesuiten ein). Von den Töchtern starben aber vier in der Wiege, die übrigen weihten sich Gott als Jungfrauen.
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MORGAGNUS: QUAE ESSENT SIMPLICIA AMAVIT: DIE EINFACHEN DINGE...
Wie im Leben so in der Medizin liebte er die Dinge, die einfach waren und derjenige, und der (wer) mehrere oft durch das Schneiden der Ader (Vene) behandelte, duldete er es dennoch niemals, daß diese Art von Hilfsmittel von ihm angewendet werde, da er in natürlicher Weise vor jenem zurückschreckte (sich darüber entsetzte; davor zurückschauderte).
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Quemadmodum in vita sic in Medicina quae essent simplicia amavit, & qui saepe plures venae sectione curavit, nunquam tamen hoc remedii genus sibi adhiberi passus est, quoniam naturaliter illud horrebat.
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auch diese Stelle ist erklärungsbedürftig!
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Er war auch bei einigen Krankheiten des Kopes gewohnt, Blut aus dem Hinterhaupt zu lassen (abzuzapfen?), als welcher Behandlung Wiederhersteller (gleichsam als der Wiedereinführer dieser Behandlung) er zu Recht von HOFFMANN, WALTER und anderen gelobt wird.
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Quemadmodum in vita sic in Medicina quae essent simplicia amavit, & qui saepe plures venae sectione curavit, nunquam tamen hoc remedii genus sibi adhiberi passus est, quoniam naturaliter illud horrebat.
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auch diese Stelle ist erklärungsbedürftig!
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Er war auch bei einigen Krankheiten des Kopes gewohnt, Blut aus dem Hinterhaupt zu lassen (abzuzapfen?), als welcher Behandlung Wiederhersteller (gleichsam als der Wiedereinführer dieser Behandlung) er zu Recht von HOFFMANN, WALTER und anderen gelobt wird.
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MORGAGNUS: VIXIT AD ALIORUM UTILITATEM... (ER LEBTE ZUM NUTZEN ANDERER...)
...und das besonder bei dem Mann, durch dessen Hilfe er aus Lebensgefahr "gerissen" worden ist (gerettet wurde), weil er durch einen Sturz in einen Kanal in der Kindheit, wie wir anfangs erzählt haben, herankam (half); denn dessen Not "hielt er auf" (d.h. er unterstützte ihn) auf eigene Kosten, seinen Tod beweinte er, die Erinnerung bewahrte er in dankbarem Andenken. Viel wachte und arbeitete er immer, das Amt des Lehrens hielt er so bis zum äußersten Alter aufrecht, so daß jener Ausspruch des VERGIL an ihm gerühmt werden kann:
Und auch nicht spätes Alter schwächt seine Kräfte des Geistes und verändert die Lebenskraft.
ER LEBTE FÜR DEN NUTZEN (ZUM VORTEIL) ANDERER und pflegte zu sagen, daß er Gott dankbar sei, weil er zuließ (erlaubte), daß er besonder diese Wissenschaft ausübe (lehre; sich zu ihr bekennen dürfe), die den Menschen sehr viel nütze und die zur Kenntnis Gottes selbst zusammen mit allen (anderen?) führte. Nichts erschien an ihm jemals erlogen oder verstellt, wie sehr (gleichwie) war er aber auch dem ganzen Leben zur Zierde, weil er die Gleichheit (Gleichförmigkeit) des ganzen Lebens und der einzelnen Tätigkeiten (Verrichtungen; auch: Amtsführung) in wunderbarer Weise bewahrte.
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Auch diese Stelle ist "opak":
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Nihil in eo fictum aut simulatum unquam apparuit, ut autem erat decori amantissimus aequalitatem universae vitae singularumque actionum mirabiliter servavit.
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Anmerkung: Er lebte zum Nutzen anderer...
Somit verkörpert MORGAGNUS m.E. das Idealbild eines Medicus. Er lebte der Sache wegen und nicht um seinen "lifestyle" zu finanzieren!
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Und auch nicht spätes Alter schwächt seine Kräfte des Geistes und verändert die Lebenskraft.
ER LEBTE FÜR DEN NUTZEN (ZUM VORTEIL) ANDERER und pflegte zu sagen, daß er Gott dankbar sei, weil er zuließ (erlaubte), daß er besonder diese Wissenschaft ausübe (lehre; sich zu ihr bekennen dürfe), die den Menschen sehr viel nütze und die zur Kenntnis Gottes selbst zusammen mit allen (anderen?) führte. Nichts erschien an ihm jemals erlogen oder verstellt, wie sehr (gleichwie) war er aber auch dem ganzen Leben zur Zierde, weil er die Gleichheit (Gleichförmigkeit) des ganzen Lebens und der einzelnen Tätigkeiten (Verrichtungen; auch: Amtsführung) in wunderbarer Weise bewahrte.
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Auch diese Stelle ist "opak":
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Nihil in eo fictum aut simulatum unquam apparuit, ut autem erat decori amantissimus aequalitatem universae vitae singularumque actionum mirabiliter servavit.
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Anmerkung: Er lebte zum Nutzen anderer...
Somit verkörpert MORGAGNUS m.E. das Idealbild eines Medicus. Er lebte der Sache wegen und nicht um seinen "lifestyle" zu finanzieren!
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MORGAGNUS: EINE UNKLARE STELLE IM TEXT
Constat quoque aliquando summum Pontificem praedicasse de MORGAGNI doctrina, modestia, comitate, humanitate in Deum, hominemque caritate, in ami (xx.) cos fide, in suos studio ac diligentia, ut nihil gloriosius ac magnificentius praedicare potuerit;
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soweit war es einigermaßen klar
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addiditque illud non mediocre esse verae laudis argumentum, quod is nunquam timere debuit, hominem invidiam.
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auch klar
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Cum plurimum auctoritate & gratia valeret non illas ad utilitatem suam, sed ad aliorum, ac praesertim amicorum commodum ac praesidium libentissime conferebat, atque in beneficiis tribuendis se illa nolle faenerari ostendebat...
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o.k.
schöner Zug, wird oft nicht gedankt; jetzt kommt die Stelle:
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...cum tamdiu meminisset, quoad ille gratus erat, qui acceperat;
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Vielleicht erkennt ja einer den Tiefsinn des Tiefsinns.
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soweit war es einigermaßen klar
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addiditque illud non mediocre esse verae laudis argumentum, quod is nunquam timere debuit, hominem invidiam.
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auch klar
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Cum plurimum auctoritate & gratia valeret non illas ad utilitatem suam, sed ad aliorum, ac praesertim amicorum commodum ac praesidium libentissime conferebat, atque in beneficiis tribuendis se illa nolle faenerari ostendebat...
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o.k.
schöner Zug, wird oft nicht gedankt; jetzt kommt die Stelle:
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...cum tamdiu meminisset, quoad ille gratus erat, qui acceperat;
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Vielleicht erkennt ja einer den Tiefsinn des Tiefsinns.
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MORGAGNUS: SEIN FREUNDLICHER CHARAKTER
Dieses sehr bedeutende Zeugnis muß erwogen werden (bedacht werden), weil es "vom Ersten der höchsten Würde" (dem Papst) ausging, dem das Leben des MORGAGNUS genau bekannt war; denn zu welcher Zeit er dem Gottesdienst in Padua in frömmster (feierlichster) Weise voranstand (ihn leitete), gebrauchte er oft dessen Rat beim Behandeln seiner Gesundheit, und er wollte, daß demselben immer sein Haus offenstehe. Es steht auch fest, daß einmal der höchste Oberpriester über die Gelehrsamkeit des MORGAGNUS vorausgesagt habe sowie über dessen Bescheidenheit, Höflichkeit, Freundlichkeit gegenüber Gott und über seine Liebe zu den Menschen, gegenüber (pagina xx.) den Freunden, über seine Treue (zuverlässigkeit), gegen die Seinen mit Anhänglichkeit (Eifer) und Sorgfalt (über seine Treue...über...etc.), so daß er nichts als rühmlicher und großartiger preisen konnte (als dies); und er fügte hinzu, jenes sei ein nicht geringer Beweis wahren Ruhms, daß dieser niemals den Neid der Menschen fürchten mußte. Da er sehr viel durch Ansehen und Anerkennung galt, trug er jene nicht (siehe die Aufzählung im vorletzten Satz) zu seinem Nutzen, sondern zu dem anderer und besonders zum Vorteil der Freunde und zur Hilfe aufs freudigste zusammen ("sammelt" ihn), und beim Erteilen von Wohltaten zeigte er, daß er nicht mit jenen wuchern wolle (daß er nicht wolle, daß mit jenen gewuchert werde), nachdem er so lange (sehr lange, seit so langer Zeit) sich erinnerte (daran dachte; es erwähnte), wie lange (inwiefern; solange als/ bis; SINN unklar) jener dankbar war, der empfangen hatte; die Lehren aber von ihm behielt er in unsterblicher Erinnerung: dies erklärte er oft...
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MORGAGNUS: RUHM UND EHRE
Daher erlangte er (kam er gleich dem) das Ansehen des CAROLUS RUZZINIUS, ALOYSIUS PISANIUS, PETRUS GRIMANIUS, FRANCISCUS LAURETANUS, MARCUS FOSCARINI und ALOYSIUS (LUIGI?) MOCENICO, die alle einen höchsten Rang in der Republik der Veneter hatten. FOSCARINI aber lobte (feierte, pries) den MORGAGNUS sogar mit höchsten Lobpreisungen in dem Werk, das er über die Venezianische Literatur (Wissenschaft) herausgab. KARL VI., der Kaiser, befragte jenen über eine medizinische Angelegenheit durch einen Brief, der von seinem Leibarzt GARRELIUS geschrieben wurde, und als einmal sein Heer in der Emilia überwinterte, schrieb er den Führern vor (befahl er ihnen), sich Mühe zu geben (darauf zu achten), daß es das Haus und die Familie des MORGAGNUS nicht belästige (nicht zu behelligen). Dasselbe tat KARL EMANUEL III., König von Sardinien, und als er einmal und zum zweiten Mal den Weg durch FORLI genommen hatte, zu der Zeit, wo dort MORGAGNUS sich in den Ferien ("müßig seiend") aufhielt, empfing er diesen auf freundlichste Art und sprach mit ihm "ungefähr" mehrere Stunden. Von den höchsten Oberpriestern CLEMENS XI., BENEDICTUS YIV. und CLEMENS XIII. erhielt er große "Bezeichnungen der Achtung" (Aufmerksamkeitsbeweise, Wertschätzung) und des Wohlwollens, und mit Recht sucht er seinen Ruhm darin, daß BENEDICT in seinem Werk über die Seligsprechung der Knechte Gottes reichhaltiges Zeugnis gegeben hat von der Gelehrsamkeit von jenem, und daß CLEMENS XIII., einen sehr ehrenvollen wie milden (freundlichen) Brief geschrieben hat, durch den er anzeigte (zum Ausdruck brachte), daß ihm das Geschenk der Werke von jenem sehr willkommen gewesen sei, für die er ihn nicht so sehr zu der bewundernswürdigen Kraft der Gelehrsamkeit, als wie zu der Frömmigkeit (Liebe) gegenüber Gott und zu den übrigen Tugenden beglückwünschte ( für die er... ihm Glück wünschte zu, freudig dankte).
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Freitag, 2. März 2018
MORGAGNUS: LAT. TEXT: SIEHE UNTEN
vide infra:
Plures viatores Anglos praesertim novi, qui de Italia reduces, laeti, & grate memores narrabant quam humaniter illos exceperat & quantum ex illius colloquiis doctis, variis, jucundis profecerant.
Quamquam autem, ut supra demonstratum est, illud ei a Veneto senatu, pro munere docendi decretum fuit, quod nemini un (xjx)quam concessum, non propterea tamen timere debuit reliquorum Professorum aut offensionem, aut invidiam, cum inter hos nullus esset qui ejus gloriae plurimum non faveret. Quintum Praeses collegii Veneti Gimnasiastici fuit, quae potestas, quamquam legibus cautum fit ne ultra triennium duret, semel tamen ei ad septennium prorogata est. Jure igitur is dicebat, se in summi Beneficii loco ponere quod in eam civitatem cooptatus esset a qua, quae dari maxima poterant, accepisset ornamenta, quodque docendi causa in eam se contulisset civitatem quae & humanitate & doctrina praestabat; sic multum carae patriae desiderium lenibat, & inde factum est ut licet magnis praemiis invitatus fuisset ad docendum in aliis, iisque celeberrimis, tum intra tum extra Italiam Gymnasiis, ire semper recusaverit. Hoc quoque ad tanti viri laudem illustre fuit, quod Laurentius Heisterus, Georgius Daniel Coschwitzius, Albertus Hallerus, e nostratibus vero Josephus Antonius Pujatus, Franciscus Maria Zanottus, Jo Gerardus Zevianus aliique maximae doctrinae viri quosdam e multis, quos fecerunt, libris ejus nuncuparunt nomini.
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So sei es!
Plures viatores Anglos praesertim novi, qui de Italia reduces, laeti, & grate memores narrabant quam humaniter illos exceperat & quantum ex illius colloquiis doctis, variis, jucundis profecerant.
Quamquam autem, ut supra demonstratum est, illud ei a Veneto senatu, pro munere docendi decretum fuit, quod nemini un (xjx)quam concessum, non propterea tamen timere debuit reliquorum Professorum aut offensionem, aut invidiam, cum inter hos nullus esset qui ejus gloriae plurimum non faveret. Quintum Praeses collegii Veneti Gimnasiastici fuit, quae potestas, quamquam legibus cautum fit ne ultra triennium duret, semel tamen ei ad septennium prorogata est. Jure igitur is dicebat, se in summi Beneficii loco ponere quod in eam civitatem cooptatus esset a qua, quae dari maxima poterant, accepisset ornamenta, quodque docendi causa in eam se contulisset civitatem quae & humanitate & doctrina praestabat; sic multum carae patriae desiderium lenibat, & inde factum est ut licet magnis praemiis invitatus fuisset ad docendum in aliis, iisque celeberrimis, tum intra tum extra Italiam Gymnasiis, ire semper recusaverit. Hoc quoque ad tanti viri laudem illustre fuit, quod Laurentius Heisterus, Georgius Daniel Coschwitzius, Albertus Hallerus, e nostratibus vero Josephus Antonius Pujatus, Franciscus Maria Zanottus, Jo Gerardus Zevianus aliique maximae doctrinae viri quosdam e multis, quos fecerunt, libris ejus nuncuparunt nomini.
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So sei es!
MORGAGNUS: EWIGER RUHM
In einer so großen Berühmtheit des Ruhms (guten Rufes), konnte MORGAGNUS auch den führenden Männern (den Fürsten; ganz besonders; minime...non; Litotes; doppelte Verneinung zur Verstärkung) gefallen, von dem (dem Ruhm nämlich) allerdings (freilich) von HORAZ in wahrer Weise gesagt worden ist, daß das letzte (größte?) nicht der Ruhm sei (Text etwas verderbt: esse?).
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In tanta celebritate famae, Principibus quoque viris minime placere non poterat MORGAGNUS, quam quidem non ultimam esse (?) laudem vere ab Horatio dictum est.
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In tanta celebritate famae, Principibus quoque viris minime placere non poterat MORGAGNUS, quam quidem non ultimam esse (?) laudem vere ab Horatio dictum est.
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MORGAGNUS: SEIN RUHM
Mit (zu) Recht sagte er, daß er es als höchste Wohltat anrechne (zu der...rechne; als...ansehe), daß er zu dieser Bürgerschaft (Stadt) hinzugewählt worden war, von der er Auszeichnungen erhalten hatte, die als die größten gegeben werden konnten (größtmöglichste Auszeichnungen) und daß er des Lehrens wegen (um zu lehren) sich in diese Stadt begeben hätte, die sowohl durch Bildung als auch Gelehrsamkeit herausragte (hervor-); so linderte es viel (sehr) die Sehnsucht nach der teuren Heimat (=Forli; Forum Livii) und daher geschah es (so kam es), daß er, auch wenn er (mag es auch sein, daß er) mit großen Vorteilen (Belohnungen; für großen Lohn) in anderen Städten zu lehren eingeladen war und in diesen (und zwar in diesen) hochberühmten Gymnasien, bald innerhalb, bald außerhalb Italiens, (daß er) sich (also) immer geweigert hat zu gehen (es zurückgewiesen hat...). Auch dies "war strahlend zum Ruhme" eines so großen Mannes (trug zu seinem Ruhm bei), daß LORENZ HEISTER, GEORG DANIEL KOSCHWITZ, ALBERT HALLER, von den Einheimischen aber JOSEPHUS (GIUSEPPE?) ANTONIO PUJATO, FRANCESCO MARIA ZANOTTO, JO. GERARDO ZEVIANO und andere Männer von größter Gelehrsamkeit einige aus vielen Büchern, die sie schrieben ("machten"), seinem Namen darbrachten (widmeten; nuncupare=feierlich aussprechen, erklären, (be)nennen; als Erben einsetzen).
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MORGAGNUS: VITA (FORTSETZUNG)
Mehrere (recht viele) Reisende, Engländer besonders, habe ich kennengelernt (kenne ich), die aus Italien zurückgekehrt, fröhlich und dankbar sich erinnernd erzählten, wie menschenfreundlich er jene aufgenommen hatte und wieviel sie aus den gelehrten, "verschiedenen" (abwechslungsreichen, unterhaltsamen), angenehmen Unterredungen gewonnen hatten.
Obwohl aber, wie oben gezeigt wurde, ihm jener Lohn für das Amt des Lehrens (Lehramt) vom Senat von Venedig bewilligt worden ist, das niemandem je-(pag. xjx.)mals zugestanden wurde, mußte er dennoch deswegen nicht den Verdruß oder Neid der übrigen Professoren fürchten, weil unter diesen keiner war, der seinem Ruhm nicht sehr viel gewogen war. Zum fünftenmal war er Vorsitzender des Venezianischen "Turner-Kollegiums" (?), welches Amt, obwohl durch Gesetze verfügt (verordnet) wird, daß es nicht länger als ein Zeitraum von drei Jahren dauert, ihm einmal auf sieben Jahre verlängert worden ist.
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Obwohl aber, wie oben gezeigt wurde, ihm jener Lohn für das Amt des Lehrens (Lehramt) vom Senat von Venedig bewilligt worden ist, das niemandem je-(pag. xjx.)mals zugestanden wurde, mußte er dennoch deswegen nicht den Verdruß oder Neid der übrigen Professoren fürchten, weil unter diesen keiner war, der seinem Ruhm nicht sehr viel gewogen war. Zum fünftenmal war er Vorsitzender des Venezianischen "Turner-Kollegiums" (?), welches Amt, obwohl durch Gesetze verfügt (verordnet) wird, daß es nicht länger als ein Zeitraum von drei Jahren dauert, ihm einmal auf sieben Jahre verlängert worden ist.
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Donnerstag, 1. März 2018
LAT. TEXT DIESER STELLE (MORGAGNUS, VITA: RUHM UND ANSEHEN)
Quanta autem dignitate viveret Patavii, haec sunt indicia. Ejus schola ac domus floruit semper nobilitate ac frequentia discipulorum, nec unquam praelectiones demonstrationesve habuit anatomicas, quin magnus ad eum omnium ordinum omniumque aetatum fieret concursus. Nullus vel mediocriter eruditus hanc adibat civitatem, qui MORGAGNUM videre, adire, alloqui praetermitteret; nemo vero ab ipso unquam disscessit, qui non parem ejus humanitati ac doctrinae laudem tribuendam esse judicaverit.
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NACHTRAG: AD MORGAGNUM: RUHM UND ANSEHEN: ÜBERSETZUNGSTECHNISCHES
nemo vero ab ipso unquam discessit, qui non parem ejus humanitati ac doctrinae laudem tribuendam esse judicaverit.
---ab ipso=von ihm selbst
qui...: mit konsekutivem (von derart, daß) oder modalem Nebensinn (ohne daß, ohne zu)
non parem...ac...laudem= daß gleicher Ruhm der Bildung wie der Gelehrsamkeit; ac: nach Ausdrücken der Gleichheit: wie
judicaverit
Konjunktiv Perfekt wegen des Nebensinnes
Ü: niemand aber ging von ihm selbst weg, ohne zu glauben (urteilen), daß ihm gleicher Ruhm der Bildung (feinen Lebensart) wie Gelehrsamkeit gegeben werden müsse (zuzugestehen sei).
---par= auch: angemessen; also angemessener Ruhm
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---ab ipso=von ihm selbst
qui...: mit konsekutivem (von derart, daß) oder modalem Nebensinn (ohne daß, ohne zu)
non parem...ac...laudem= daß gleicher Ruhm der Bildung wie der Gelehrsamkeit; ac: nach Ausdrücken der Gleichheit: wie
judicaverit
Konjunktiv Perfekt wegen des Nebensinnes
Ü: niemand aber ging von ihm selbst weg, ohne zu glauben (urteilen), daß ihm gleicher Ruhm der Bildung (feinen Lebensart) wie Gelehrsamkeit gegeben werden müsse (zuzugestehen sei).
---par= auch: angemessen; also angemessener Ruhm
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MORGAGNUS: LETZTE JAHRE: ANSEHEN UND RUHM
In wie großer Würde (Ansehen) er aber in Padua lebte, dafür sind dies die Beweise (Anzeichen). Seine Schule und sein Haus blühte durch die Vortrefflichkeit und große Zahl der Schüler und niemals hielt er Vorlesungen oder anatomische Demonstrationen ab, ohne daß ein großer Zulauf (Zusammenlauf) zu ihm aller Klassen und Altersstufen stattfand. Und kein auch nur mäßig Gebildeter besuchte diese Stadt, der es unterließ, den Morgagnus zu sehen, zu besuchen (zu ihm hinzugehen) und anzusprechen; niemand aber ging jemals von diesem weg, der nicht glaubte, daß gleicher Ruhm der Bildung dessen und seiner Gelehrsamkeit zuzugestehen sei (ihm gegeben werden müsse).
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