Mittwoch, 14. August 2013

DAS GEHEIMNIS DER COCOS-INSEL: TEIL 4



1925: Der Amerikaner WILLIAM BEEBE landet in der CHATHAM-BUCHT. Er findet die Namen von Schiffen auf Felsen eingeritzt und eingemeißelt. Er findet alte Gruben,Konservendosen und kaputte Gerätschaften. Seine Matrosen finden einen Pfahl mit verrosteten Handfesseln sowie die Bretter einer alten Hütte. Die COCOS-INSEL war zeitweise Sträflingskolonie der Republik Costa Rica!
1926: Die "ADVENTURE" legt an der COCOS-INSEL an. An Bord befindet sich der Rennfahrer SIR MALCOLM CAMPBELL. Der verrückte Engländer will neben dem Schatz nach der Leiche des KAPITÄN BOAG suchen sowie nach Nachkommen der Inkas, die einen Schatz hüten sollen. Er entdeckt im Dschungel Trampelpfade, die plötzlich aufhören!
1932 OBERST LECKIE und der Ingeniuer und Wünschelrutengänger (!) CLAYTON suchen die Insel mit einem "Metallophon" ab. Nicht weit von der Stelle, wo CAMPBELL einen Schacht aushob, zeigt das Gerät Metall an.
"Millionen liegen vor ihnen, jedoch ist es nicht der 'Schatz von Lima', wie man bald feststellt, sondern wahrscheinlich die Beute des portugiesischen Piraten BENITO BONITO, des früheren Marineoffiziers BENNET GRAHAM."
1934: Ein Expeditionsschiff der "GESELLSCHAFT FÜR SCHATZSUCHE" ankert vor der Insel. An alles hatte man gedacht, nur nicht an die Schürf-Konzession. Die Regierung schickt einen Dampfer, und die Schatzsucher werden verhaftet.
1940: Die FORBES-EXPEDITION: Diese berief sich auf ALEXANDER FORBES, der sich ein Leben lang mit dem "SCHATZ VON LIMA" und seinem Verbleib auf der COCOS-INSEL befaßt hatte! Die Expediton wühlte die arme Insel förmlich um und fand nichts außer einer alten Kiste aus Zedernholz.
1953: Auch die "OCEAN ENTERPRISE LTD." und die "TREASUR HUNT CO." scheitern grandios.
1955: Letzte Episode: 14 Abenteurer fahren mit einem U-Boot-Jäger zu der Insel. Erfolg: Null!
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"The bar silver and the arms still lie, for all that I know, where FLINT buried them; and certainly they shall lie there for me. Oxen and wain-ropes would not bring me back again to that accursed island; and the worst dreams that I ever have are when I hear the surf booming about its coasts, or start upright in bed, with the sharp voice of CAPTAIN FLINT still ringing in my ears: "Pieces of eight! pieces of eight!" (The End)
ROBERT LOUIS STEVENSON: TREASURE ISLAND
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The captain
DAS GEHEIMNIS DER COCOS-INSEL: TEIL 3

1872 versuchen es KAPITÄN THOMAS WELSH und Frau ELIZA. Sie nennen sich "SOUTH PACIFIC HIDDEN TREASURE PROSPECTING COMPANY" und behaupten, genau zu wissen, wo der Schatz vergraben sei. Mit der Brigg "LAURA" fahren sie zur COCOS-INSEL. Sie graben sogar einen 80 Fuß langen Tunnel in den Berg und finden-nichts! Ein weiterer Versuch-diesmal sind es 200 Fuß-führt auch zu nichts. Die völlig erboste Mannschaft will die beiden sogar lynchen. Schließlich nimmt man sie bis Punta Arenas mit und läßt sie dort laufen.
1875: Ein Schiff der "PACIFIC-STEAM-NAVIGATION CO" legt an der Insel an. Der Matrose BOB FLOWER streift durch ein Gestrüpp, rutscht einen Abhang hinunter, fällt in eine Grube und findet dort Goldstücke! Als er ein zweites mal zu der Grube gehen will, kann er das Gestrüpp nicht mehr finden.
1891: Ein besonders hartnäckiges Exemplar Schatzsucher ist der Deutsche AUGUST GISSLER. Dieser geht die Sache mit DEUTSCHER GRÜNDLCHKEIT UND SYSTEMATIK an. H. RODEN bescheinigt ihm die "WELTMEISTERSCHAFT IM DAUER-SCHATZSUCHEN". GISSLER suchte 20 Jahre und fand-NICHTS!
Vorgeschichte: GISSLER war Seemann. Sein Schiff verunglückte am Kap Horn. GISSLER gelang es die beschädigte Trinkwassermaschine zu reparieren. Dabei kam er mit einem Portugiesen ins Gespräch. Dieser erzählte ihm, daß er von seinem Großvater eine Schatzkarte habe. Darauf stehe, daß sich im STILLEN OZEAN auf der Insel LAS PALMAS ein Schatz befinde. Sein Großvater sei in der crew des Piraten BENITO BONITO gewesen, und er sei persönlich dabeigewesen.
GISSLER machte sich von der Karte eine Kopie. 8 Jahre später siedelt er sich in Hawai an und heiratet. Sein Schwiegervater, OLD MAC, besaß eine Karte, die er ängstlich hütete. Als er sie doch herausrückte, verglich sie GISSLER mit seiner Karte und stellte mit Erstaunen fest, daß die Insel LAS PALMAS mit der COCOS-INSEL identisch sei!
Ein erster Versuch, die Insel zu erreichen, scheiterte: Zwar sichtete man die Insel, doch diese hüllte sich in Nebel und die Strömung trieb sie ab.
Beim zweiten Mal rückte GISSLER gleich mit einer ganzen Expedition an, die er in Valparaiso zusammengestellt hatte. GISSLER führte tagelang Vermessungen auf der Insel durch. Dann wurde es dem Kapitän des Schiffes zu bunt, und er fuhr ab.
Versuch 3: 1894 siedelte sich mit seiner Frau "für immer" auf der Insel an. Eine Palmenpflanzung und eine kleine Insel in der WAFER-BUCHT tragen noch heute seinen Namen. Als tüchtiger Deutscher baut er sich ein Wohnhaus und legt Palmenplantagen an. Bis 1909 durchsucht er die ganze Insel. Erfolg: Null!
1894 wird GISSLER von der Republik COSTA RICA (zum Trost?) sogar zum Gouverneur der Insel ernannt und erhält die Hälfte der Insel als Besitz! Doch was ist ein Gouverneur ohne Menschen? Also holt er Kolonisten-Familien auf die Insel, er hat jetzt sogar Knechte und treibt Handel!
Nach vielen Jahren kehrt GISSLER nach New York zurück. 1927 lebte er noch und schrieb an seinen Memoiren, die allerdings nie veröffentlicht wurden. Keiner weiß, wo er abgeblieben ist. Ein geheimnisvolles Ende.
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DAS GEHEIMNIS DER COCOS-INSEL: TEIL 2



Zwei Monate nach diesen Ereignissen läuft ein Walfänger die Insel an. Dort trifft er auf zwei zerlumpte Gestalten: KAPITÄN THOMPSON und sein Matrose. Man nimmt beide an Bord. Wenig später stirbt der Matrose. KAPITÄN THOMPSON ist jetzt der einzige, der weiß, wo der Schatz versteckt ist. Jahrelang ist der KAPITÄN wie verschollen. Da taucht er ganz plötzlich wieder in NEUFUNDLAND auf, wo er oft mit einem gewissen JOHN KEATING zusammen ist. Diesem vertaut er sein Geheimnis an und teilt ihm die Lage des Schatzes mit. 1841 bricht KEATING zur COCOS-INSEL auf.
(Er gewann dafür einen gewissen KAPITÄN BOAG, der ein Schiff ausrüstete, das unter dem Kommando eines nicht näher bekannten GOULD stand.)
KAPITÄN THOMPSON konnte allerdings die Reise nicht mehr antreten, da er alt und krank darniederlag. Zum Abschied schenkte er KEATING eine Skizze, die einen Text enthielt. Der Text lautete wie folgt:
"...wenn Du dem Meer den Rücken gekehrt hast, mußt Du nach dem Gebirge zu wandern, das sich im Norden der Insel erhebt. Am Abhang des Berges wirst Du nach Westen hin einen Bach erblicken. Überschreite ihn und gehe dann noch zwanzig Schritt nach Westen zu. Dann gehen weitere fünfzig Schritt nach der Mitte der Insel hin, bis das Meer ganz durch das Gebirge verdeckt wird. An der Stelle, wo der Boden ganz plötzlich jäh abfällt, wirst Du auf dem Felsgestein ein weißes Zeichen sehen: Hier ist der Schatz verborgen!..."
Das Schiff geht in der CHATHAM-BUCHT vor Anker. KEATING und BOAG gehen an Land und finden den Schatz! Als sie an Bord zurückkehren, wollen die Matrosen auch ihren Teil des Schatzes und bedrohen KEATING und BOAG. Noch in der folgenden Nacht rudern beide heimlich zur Insel und verstecken sich. Obwohl man tagelang nach ihnen sucht, bleiben sie unauffindbar.
Wochen später läuft ein Walfänger die Insel an. Sie finden KEATING, der völlig am Ende ist. Er erzählt, daß sein Gefährte ertrunken sei. Wieder ist nur einer übriggeblieben, der um das Versteck des Schatzes weiß!
KEATING kehrt nach Neufundland zurück-mit 3000 Goldpfund! Dort versucht man ihm, einen Prozeß wegen Mordes anzuhängen.
Einige Zeit später soll KEATING wiederum zur COCOS-INSEL gefahren sein. Das Schiff sank, und KEATING war wieder der einzige Überlebende!
1868 befreundet er sich mit einem gewissen NICOLAS FITZGERALD, der sich um den mittlerweile alten und kranken Mann kümmert. Als KEATING 1894 stirbt, hinterläßt er diesem die Schatzkarte!
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DAS GEHEIMNIS DER COCOS-INSEL: TEIL 1


Die COCOS-INSEL, so benannt wegen der vielen Cocos-Bäume, die auf ihr wachsen, ist eine kleine Insel im Pazifik. Sie liegt ca. 300 Seemeilen von der costaricanischen Hafenstadt Puntarenas entfernt bei 5 Grad 35 Minuten 12 Sekunden nördlicher Breite und 86 Grad 30 Minuten westlicher Länge.
Die Insel hat STEVENSON zu seinem weltberühmten Roman "TREASURE ISLAND" inspiriert. Zahllose Legenden ranken sich um die kleine Insel, die verloren in den Weiten des Pazifiks liegt.
Jahrhundertelang war die Cocos-Insel Schlupfwinkel von Piraten, die hier ihre Schätze vergruben. Vor allem diese drei großen Schätze sollen auf der Insel versteckt sein:
1.) Der Schatz des Piraten EDWARD DAVIS: Dieser soll Ende des 17. Jh. mehrere schwere Kisten in der CHATHAM-BUCHT an Land gebracht und auf der Insel vergraben haben.
2.) 1820 landet der Pirat BENITO BONITO auf der Insel und versteckt angeblich einen Schatz in der WAFER-BUCHT.
3.) Der größte dieser Schätze ist die sogenannte "BEUTE VON LIMA": 1821 nähert sich GENERAL SIMON BOLIVAR mit seinen Truppen Lima. In aller Eile bringt man die Schätze der reichen Stadt (darunter Teile des Inka-Goldes und Kirchengut) auf die Brigg "MARY DEAR", die unter dem Kommando von KAPITÄN WILLIAM THOMPSON steht. Besonders erwähnenswert: eine lebensgroße Statue der Jungfrau Maria aus purem Gold sowie 273 juwelenbesetzte Schwerter mit Goldgriffen!
Dann legt die "Mary DEAR" ab. Ziel ist Salvador. Unterwegs trifft KAPITÄN THOMPSON und seine Mannschaft der Fluch des Goldes. In einer nächtlichen Aktion töten sie die spanischen Passagiere, die sich in Lima eingeschifft haben, und werfen sie über Bord. Nach diesen Ereignissen läuft das Schiff die Cocos-Insel an. Insgesamt 11 Bootsladungen werden in der CHATHAM-BUCHT an Land gebracht und in einer Höhle versteckt. Wenig später wird die "MARY DEAR" von einer spanischen Fregatte erobert. Mit der Mannschaft wird kurzer Prozeß gemacht. Alle werden gehängt bis auf KAPITÄN THOMPSON und ein Matrose. Diese bringt man zurück zur COCOS-INSEL, damit sie den Spaniern zeigen, wo der Schatz liegt. Doch THOMPSON ist gerissen und zeigt den Spaniern eine falsche Höhle. Während diese in der falschen Höhle suchen, entkommt THOMPSON und der Matrose. Obwohl die Insel nur 6,5 km lang und 5 km breit ist, können die Spanier sie nicht finden. THOMPSON und der Matrose hatten sich förmlich in Luft aufgelöst.
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QUELLE: VERBORGENE SCHÄTZE, PRESTEL-VERLAG, MÜNCHEN, AUFSATZ: DIE KOKOSINSEL, PARADIES FÜR SCHATZRÄUBER, HANS RODEN, S.137-149.
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Montag, 12. August 2013

SEESPUK (2): DER FLIEGENDE HOLLÄNDER NACH P. G. HEIMS

HEIMS beginnt seinen Bericht, wie folgt:
"Die schönste aller Seesagen ist die vom 'Fliegenden Holländer'." Er weist darauf hin, daß die Sage "einen historischen Mittelpunkt" habe.
Entstehung: Ausgangspunkt ist das "unheimliche Schicksal irgendeines bestimmten, verwegenen und verruchten Kapitäns." Sehr wahrscheinlich handelte es sich dabei um keinen Holländer, sondern um einen Deutschen! Name des Mannes: VON FALKENBERG.
Weitere Kandidaten: VAN DER DECKEN- BERNHARD FOCKE-VAN STRATEN-VAN DIEMEN.
1) Ein gewisser VON FALKENBERG hat seine Braut und gleich noch seinen Bruder um die Ecke gebracht. Vom Fluch der bösen Tat verfolgt, flieht er bis zur Nordsee. Dort wartet ein unheimliches Schiff auf ihn. Der gespenstige Steuermann begrüßt ihn mit den Worten: Expectamus te! (Der konnte ja Latein!).
Das Boot brachte ihn nun an Bord eines Höllenschiffes. Ein guter und ein böser Geist würfeln um seine Seele. Das Schiff treibt 600 Jahre auf See, ohne Steuermann, es ist unabhängig von Wind und Seegang, sein Rumpf ist grau, die Segel sind dunkel, an Bord ist kein Mensch, nachts leuchten Flammen von den Toppen, der Klabautermann sitzt am Bugspriet und raucht Pfeife, das Schiff ist immer in Nebel gehüllt. Alles in allem kein Vergnügungsdampfer.
Das Schiff ist ein regelrechtes Unglücksschiff: Jedes Schiff, das ihm begegnet, ist unweigerlich verloren!-Wein wird sauer, Proviant wird zu Bohnen! Briefe, die es transportiert, darf man nicht anrühren! Wer seinen Kapitän gesehen hat, kehrt nie wieder nach Hause zurück.
"Dem 'Fliegenden Holländer' zu begegnen ist, mit einem Worte, ärger, als den Teufel zu schauen."
2) In einer französischen Fassung versucht ein ungläubiger Holländer in einem Sturm um das Kap Hoorn zu fahren. Er leistet einen Schwur, dies zu vollbringen. Für seine ängstliche Mannschaft hat er nur Spott übrig. Er selber setzt sich aber bequem in seine Kajüte und trinkt Bier und raucht. Als einige Matrosen ihn zwingen wollen, einen Hafen anzulaufen, wirft er sie kurzerhand über Bord. Da kam der Heilige Geist an Bord, doch der Kapitän schoß auf ihn! Dabei verletzte er sich schwer an Hand und Arm. Daraufhin verfluchte er Gott. Da traf ihn der Verdammungsfluch des Herrn. Ruhelos muß er nun auf alle Ewigkeit auf See treiben.  Sein Getränk ist Galle und sein Essen glühendes Eisen. Für immer muß er nun Wache stehen. Die Mannschaft besteht aus lauter "Höllengesindel" (Mörder, Seeräuber, Feiglinge etc., also alles "nette Lüt"). Dies müssen auf ewig arbeiten (ohne Essen und Trinken). Das Schiff erscheint meist bei Sonnenuntergang in fahlem Licht.
3) BERNHARD FOCKE lebte im 17. Jh. und war ein verwegener Mann, aber auch ein Missetäter. Er beschlug seine Masten mit Eisen, um mehr Segel setzen zu können. So segelte er angeblich in 90 Tagen nach Ostindien. Deshalb glaubte man, er sei mit dem Teufel im Bunde. Er war verdammt ewiglich zwischen den drei südlichen Kaps zu kreuzen. An Bord ist niemand außer ein Bootsmann, ein Koch und ein Lotse. Ab und zu schickt er ein Boot ab, doch FOCKE darf nicht mit Lebenden in Kontakt treten. Grund für die Verdammnis: FOCKE war ein Antreiber und Leuteschinder.
4) Es gibt auch die Sage vom 'Fliegenden Spanier', der vor La Plata kreuzt. Die Mannschaft hatte einen Spanier und seine Braut wegen ihrer Schätze ermordet. Sie hatten ihn an den Mast gebunden und Wasser neben ihn gestellt, das dieser aber nicht erreichen konnte. Auch sie mußten ruhelos die Meere befahren. Am Heck des Schiffes steht ein Gerippe mit einem Speer. In der Takelage, die aus Spinnweben besteht, arbeiten ebenfalls Gerippe. Auch die Segel bestehen aus Spinnweben. Das einzige Wort, das man hört, ist das Wort "Wasser!".-
5) Das Höllenschiff der Bretonen: Dieses ist mit riesigen menschlichen Gestalten und Hunden besetzt. Alle sind sie Verbrecher. Die Hunde sind Teufel, die diese quälen. Das Schiff fährt ruhelos von Jahrhundert zu Jahrhundert. Niemals erreicht es einen Hafen.
6) Die Sage vom Totenschiff: Bei diesem Schiff grinsen Totenköpfe aus den Geschützpforten. Totenköpfe sind auch auf den Segeln. Ein Gerippe mit Stundenglas steht an Deck. Die Besatzung ist verdammt. Sie müssen 100 Jahre in jedem Rang dienen. Jeder darf eine kurze Zeit Kapitän sein (immerhin!). Alles an dem Schiff ist dunkel. Am Ruder steht der Teufel und lacht höhnisch.
7) Das Schiff "Libera nos" (Erlöse uns!): Besatzung: Knochenmänner. Kommandant: Requiem (Grabmesse). Sie müssen auf ewig fahren, bis christliche Seeleute auf dem Schiff eine Seelenmesse lesen, nachdem sie es geentert haben.
HEIMS nennt HERRN VON FALKENBERG das Original für die genannten Sagen. Diese hätten so lange Bestand gehabt, weil der 'FLIEGENE HOLLÄNDER" immer wieder gesehen wurde:
"Keine Geringeren haben ihn, den Fliegenden, denn auch 1881 geschaut als die Enkel der Königin Viktoria an Bord der 'Bachante' auf der sie als Seekadetten dienten. In der 'Fahrt der Bachante' 1879-1882 berichten sie folgendes darüber:
'Juli 11. 1881. Um 4 Uhr morgens fuhr der Fliegende Holländer bei uns vorüber. wir sahen-es war in der Nähe von Sidney-ein seltsames, rotes Licht, welches ein Schiff gespenstig beleuchtete. Inmitten dieses Lichtes hoben sich Masten, Rahen und Segel einer etwa 200 Meter entfernten Brigg sehr deutlich ab.'"
Insgesamt 13 Personen haben das Schiff gesehen!
"'Der Mann, der den 'Fliegenden Holländer' zuerst gemeldet hatte, fiel heute morgen aus der Vorbramstäng und schlug sich tot. Auch dem Admiral passierte im nächsten Hafen ein Unglück.'"
PHYSIKALISCHE ERKLÄRUNG: Fata Morgana (Luftspiegelung): Ferne Gegenstände zeigen sich in nächster Nähe, selbst wenn sie unter dem Horizont liegen. Dies geschieht durch die Erwärmung der unteren Luftschicht., die die Lichtstrahlen zurückwirft, die auf sie treffen. Auch verschieden feuchte Luftschichten können dies bewirken. Sie fungieren dann wie ein geschliffenes Glas.
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Also doch KEIN SEESPUK!? Nein, sowas gibt es nicht. Wir leben schließlich im aufgeklärten 21 Jh., wo alles naturwissenschaftlich erklärt wird. Nein, völlige unmöglich...hätte ich da gestern nicht eine Mail folgenden Wortlautes bekommen:
"Ihre physikalische Erklärung war mir bis dato nicht bekannt. Ich danke für die Erklärung (meiner Existenz). Mit vorzüglichen Grüßen-Ihr VAN DER DECKEN."
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Was es nicht alles gibt.
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R.

Sonntag, 11. August 2013



SEESPUK: DAS GEHEIMNISVOLLE ST.-ELMS-FEUER

"An den Toppen und Rahnocken des 'Fliegenden Holländers' leuchtet jenes unheimliche, glänzende Licht, in dessen fahlem Höllenschein er dahinfährt durch die Nacht."
So beginnt PAUL GERHARD HEIMS seinen Bericht über das Elmsfeuer.
Schon auf dem Zug der Argonauten erschien das Elmsfeuer über den Köpfen von Castor und Pollux. Seit dieser Zeit wird das Elmsfeuer nach diesen benannt, wenn es zwei Flammen sind. Ist es nur eine Flamme, so heißt es Helena. Diese war die Schwester der beiden und die Tochter der unheilbringenden Leda. Daher bedeutet es Unheil.
Bei KOLUMBUS, HISTORIA DEL ALMIRANTE (2. Reise) findet sich dies:
"Am Sonnabend, zur Nachtzeit, wurde der Leib des heiligen ELMO gesehen mit sieben hellen Lichtern im Großtopp-und nachher folgte heftiges Gewitter mit Donner und Blitz und gießendem Regen. Ich glaube,daß es jene Lichter waren, welche die Seeleute den Leib des heiligen ELMO nennen; sie sangen Litaneien und sprachen Gebete zu ihm hinauf in der sicheren Gewißheit, daß, wenn er erscheint, im schwersten Sturm keine Gefahr zu fürchten sei. Was daran ist, das überlasse ich anderen auszumachen. PLINIUS sagt, daß die Römer, wenn ihnen solche erschienen, sagten, es sei Castor und Pollux."
Auch MAGALHAES (s. PIGAFETTAS BERICHT der Reise) erzählt davon, daß sie oft das "CORPO SANTO" bzw. ST. ELM gesehen hätten:
"In einer dunklen Nacht erschien es uns gleich einer leuchtenden Fackel auf dem Großtopp und blieb dort etwa zwei Stunden lang: und das war ein großer Trost für uns während des Sturms. Bei seinem Verschwinden goß es eine solche Fülle von Licht über das Schiff aus, daß sie uns fast blendete; aber der Wind schied augenblicklich aus."
Auch ein gewisser LINSCHOTEN  hat es gesehen:
"In der selben Nacht (1588) sahen wir auf der Großrah und an vielen anderen Stellen eine Art Zeichen, von dem man annimmt, daß es besseres Wetter bedeute und nie stille steht. Das nahm mich wunder; und ich hätte es nie geglaubt, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte...Diese Lichterscheinung...sieht aus wie ein trübes brennendes Lich, das immer die Stelle wechselt."
(LINSCHOTEN UND DAMPIERS BERICHT)
Und eine andere Quelle berichtet:
"Aber wir kamen glücklich durch den Sturm, sintemal beim Beginn desselben, zwischen elf und zwölf Uhr nachts, SANT ELMO an der Spitze des Hauptmastes uns erschienen war in der Gestalt von drei unterschiedlichen Lichtern, mild und wohltuend zu schauen: eben die Form, in welcher die Heiligen gern betrübten Seeleuten erscheinen bei ähnlichen Gelegenheiten. Wir baten alle die Erscheinung um eine gute Fahrt, und keiner unterließ das; und da erfuhren wir, daß sie unser Tun verstand und uns nicht in Unkenntnis ihres besonderen Schutzes lassen wollte, indem sie uns ein deutliches Zeichen davon gab: Der Heilige ging von der Spitze des Hauptmastes zur Spitze des Vordermastes über, in derselben Gestalt, und dann baten wir ihn noch dreimal um glückliche Fahrt-und da erschien der Heilige, wie um uns aufs neu zu vergewissern, zum dritten Male im Großtopp und schien in dreifacher Form dreier brennender Lichter, und nochmals wünschten alle auf einmal glückliche Reise. Dann sahen wir ihn nicht mehr, aber wir hatten in uns selbst die feste Zuversicht und redeten sie einer dem anderen ein, daß wir eine gute, glückliche Fahrt haben würden."
(DURO, DIQUISITIONES, Brief eines peruanischen Priesters von 1639)
Ein gewisser WERNER deutet die Sache in seinem Buch mit dem netten Titel "TOTENLICHTER" folgendermaßen:
Das Elmsfeuer ist der Geist eines verstorbenen Kameraden. Steigt es auf, ist es ein gutes Vorzeichen, steigt es ab ein böses. Wenn es einem ins Gesicht scheint, bedeutet dies Unglück für die betreffende Person.
Heutige Erklärung: Das ST.-ELM-FEUER ist "eine ELEKTRISCHE LICHTERSCHEINUNG bei starker Luftelektrizität, die sich allerdings nur während eines Sturmes oder vor diesem zeigt..."
Ergo: Heiliger und Erscheinung-Fehlanzeige! Alles reine Physik. Wer zu viele Erscheinungen hat: sofort zum Arzt!
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weitere mehr oder weniger groteske "Erklärungsversuche": EL MASUDI-BARTOLOMEO CRESCENTIO, NAUTICA MEDITERRANEA-BURTON, ANATOMY OF MELANCHOLY, 1624-SEA AND SHORE, 1827-BLECHI, De re navali-VARENIUS, 1656-BRITISH APOLLO, 1710-WONDERFUL HISTORY OF THE STORMS, HURRICANES ETC., 1700-
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P. G. HEIMS: SEESPUK, München, o. J. (Goldmanns gelbe Taschenbücher)
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ST. ELMO leuchte über euch!
R.





Donnerstag, 1. August 2013

SPINOZA, ETHIK: AXIOMATA=GRUNDSÄTZE

(Schön zu sehen, daß es noch Leute mit Grundsätzen gibt.)

1) Omnia, quae sunt, vel in se, vel in alio sunt.
Alles, was ist, ist entweder in sich selbst oder in einem anderen.
(Geht nicht auch beides? Der Mönch im Kloster z.B. versenkt sich in sich selbst und ist dennoch im Kloster. Meine Schüler versenken sich dagegen nie und sind dennoch in der Schule.)
2.) Id, quod per aliud non potest concipi, per se concipi debet.
Was durch anderes nicht begriffen werden kann, muß durch sich (selbst) begriffen werden.
(Die meisten begreifen gar nichts.)
3.) Ex data causa determinata necessario sequitur effectus, et contra, si nulla detur determinata causa, impossibile est, ut effectus sequatur.
Aus einer bestimmten gegebenen Ursache folgt mit Notwendigkeit (zwangsläufig; denknotwendig) eine Wirkung, und wenn dagegen keine Ursache gegeben wird, ist es unmöglich, daß eine Wirkung folgt.
(Kausalitätsprinzip; Satz vom Grunde etc. Wer z.B. nicht liest, bleibt doof. Ursache: keine Bücher lesen; Wirkung: zunehmende Verblödung.)
4.) Effectus cognitio a cognitione causae dependet, et eandem involvit.
Erkenntnis der Wirkung hängt von Erkenntnis der Ursache ab und schließt diese ein.
(Es lebe die Erkenntnis!)
5.) Quae nihil commune cum se invicem habent, etiam per se intelligi non possunt, sive conceptus unius alterius conceptum non involvit.
Dinge, die nichts miteinander gemein haben, können auch durch sich nicht begriffen werden, oder wenn der Begriff des einen den Begriff des anderen nicht einschließt.
(So schließen sich z.B. meine Nachbarn und ich wechselseitig aus. Macht aber überhaupt nichts.)
6.) Idea vera debet cum suo ideato convenire.
Eine wahre Idee muß mit ihrem Gegenstand übereinstimmen.
(Die meisten haben keine Ideen, schon gar nicht wahre.)
7.) Quicquid, ut non existens, potest concipi, ejus essentia non involvit existentiam.
Was sich, als nicht existierend denken läßt (gedacht werden kann), dessen Wesen schließt Existenz nicht ein.
(Meine dicke Nachbarin läßt sich durchaus als nicht existent denken. Leider ist sie dennoch kaum zu übersehen. Da sie sehr alt und sehr fett ist, wird die Nichtexistenz nicht mehr lange auf sich warten lassen.)
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Es lebe Spinoza,
es lebe die Philosophie.
Tod allen Nachbarn!
R.