Samstag, 7. Dezember 2013

LONG JOHN SILVER ERINNERT SICH: DIE GANZE NETTE GESELLSCHAFT WIRD VORGESTELLT (ALLES REIZENDE GENTLEMEN)


Der Anfang von BJÖRN LARSSONS ROMAN "LONG JOHN SILVER" ist großartig. Es lohnt sich, diesen hier ganz zu zitieren:
"Wir schreiben 1742. Ich habe lange gelebt. Die ich gekannt habe, sind alle tot. Einigen von ihnen habe ich selbst in jene andere Welt verholfen, falls es sie gibt. Ich hoffe jedenfalls mit aller Kraft, daß es sie nicht gibt, denn in der Hölle würden wir uns wiedersehen. PEW, DER BLINDE, ISRAEL HANDS, BILLY BONES, MORGAN, der Idiot, der es gewagt hat, mir den SCHWARZEN FLECK zu verpassen, und die anderen alle, und sogar FLINT, Gott steh ihm bei, falls es Gott gibt." 
Gleich am Anfang werden die Hauptgestalten des Romans eingeführt. Diese sind im doppelten Sinne "Gestalten". Der Leser merkt sofort, daß es sich bei den "feinen Gentlemen" nicht um einen frommen Gesangsverein handelt.
Etwas selbstgefällig behauptet SILVER:
"Alle hatten Angst vor mir, sogar FLINT, der im übrigen der mutigste Mann war, den ich jemals gesehen habe."
Über BLIND PEW erfahren wir, daß ihm beim Entern der "Rose" eine Lunte im Gesicht explodiert sei, weshalb er nun blind sei. Dies scheine ihm aber nichts auszumachen. PEW warf SILVER einen Stock wie einen Speer hinterher, wobei es ihm gleich gewesen wäre, wenn er einen damit durchbohrt hätte, denn:
"PEW hielt dergleichen für unterhaltend."
SILVER jedoch fing den Stock auf. Er bemerkt:
"Mit Verlaub, wenn ich PEW einen Küppel zwischen die Beine werfen konnte, dann tat ich es auch. Trotzdem haßte er mich nicht. Wahrscheinlich ging dergleichen über seinen geringen Verstand hinaus."
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Wie man sieht: Alles liebenswerte Leute mit Einser-Abitur.
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Und bei ROBERT LOUIS STEVENSON, "TREASURE ISLAND" lesen wir über SILVER:
"As I was waiting, a man came out of a side room, and, at a glance, I was sure he must be LONG JOHN. His left leg was cut off close by the hip, and under the left shoulder he carried a crutch, which he managed with wonderful dexterity, hopping about upon it like a bird. He was very tall and strong, with a face as big as ham-plain and pale, but intelligent and smiling." (chapter 8)
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dexterity=Geschicklichkeit
plain=gewöhnlich
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The one-legged sailor!



Mittwoch, 4. Dezember 2013

OLD FLINT KONNTE GANZ SCHÖN VIEL TRINKEN!

"FLINT saß da wie immer, so, wie sich das gehörte, unter Wahrung seines Rufs mit einem eigenen Rumfäßchen. Bevor der Abend zu Ende war, würde er es ausgetrunken haben. FLINT konnte Rum trinken wie kein anderer. Wenn alle anderen umgefallen waren, saß FLINT noch immer aufrecht mit glänzenden Augen da und starrte ins Feuer. Je mehr er trank, desto ruhiger wurde er. Zuletzt sagte er meist überhaupt nichts mehr, saß nur da und glotzte."
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Mensch, konnte der trinken!
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BJÖRN LARSSON: LONG JOHN SILVER. Der abenteuerliche Bericht über mein freies Leben und meinen Lebenswandel als Glücksritter und Feind der Menschheit. Goldmann, Berlin 1996, S. 23.
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An dieser Stelle liest man über die ganze erlauchte Versammlung auch dies:
"Einige prahlten laut mit ihren Großtaten, als würden die davon besser, daß man heulte wie ein Wolf. MORGAN, der nicht viel weiter als bis sechs zählen konnte, hatte seine Würfel hervorgezogen und lockte alle und jeden, sie sollten um ihren Teil der Beute spielen. (...)
PEW irrte herum, wie immer, und suchte Streit, war jedoch verwirrter als sonst. DER SCHWARZE HUND drehte seine Runden um einige Neue und Junge. (...)"
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Mit zunehmendem Alkoholkonsum wurde FLINT weinerlich. SILVER fragte ihn, worüber er betrübt sei:
"'Über all die guten Seeleute, die tot sind', hatte er weinerlich geantwortet. 'Wegen nichts', sagte er.
'Aber Ihr und ich, wir leben doch und sind noch rüstig', hatte ich eingewandt, um ihn aufzumuntern.
'Und was habe ich davon?' hatte er ins Blaue hinein geantwortet.
Das, glaube ich, war das einzige Mal, daß ich FLINT nicht verstanden habe. Aber wer weiß, ob es ihm anders ging."
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"Fifteen men on the dead man's chest-
Yo-ho-ho, and a bottle of rum!"


Sonntag, 10. November 2013

FRED HOYLE: IM ANFANG WAR EINE SUPERNOVA

1944 machte der Wissenschaftler FRED HOYLE diesen Vorschlag: Unser Sonnensystem ist das Ergebnis einer Supernova. Träfe dies zu, so wäre unser System so häufig, wie es Supernovae gibt (und das sind nicht gerade wenige). Seit ca. 1000 Jahren wurden einige dieser kosmischen Explosionen von den Astronomen registriert. So gilt der sog. Krebsnebel als Überrest einer solchen Supernova. Dieser wurde 1054 von chinesischen Astronomen beobachtet.
KANT, LAPLACE und UREY hingegen sind Vertreter der sog. "Nebelhypothese", wonach das Sonnensystem durch Kondensation eines Nebels entstanden sei. Trifft dies zu-und alles sieht heute danach aus-so gäbe es neben den sonnenähnlichen Sternen jede Menge Planeten. Dies wurde gestützt durch die Entdeckung von BARNARDS STERN (Entfernung von der Sonne: 5, 97 LJ). E. E. BARNARD fand diesen Stern 1916 in der Wildnis am Nachthimmel. 1965 forschte PETER VAN KAMP in dieser Richtung weiter. Er untersuchte die etwas abweichende Bahn von BARNARDS STERN und fand dabei einen Planeten. Dieser kreist um den Stern in einer Entfernung von 672 Millionen km. Das ist ganz schön weit! Doch nicht genug damit. 1969 entdeckte er einen weiteren Planeten. Dieser Planet hat 0, 8 Erdmassen und bewegt sich um den Stern in wesentlich geringerem Radius.
(Luis E. Navia)
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Seit dieser Zeit werden immer neue Planeten entdeckt. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch eine zweite Erde entdeckt wird. Vielleicht ist ja da alles ganz toll!
(Sollte die auch nichts sein, kann man ja auf eine dritte etc. hoffen.)
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LUIS E. NAVIA: UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS. DAS WELTBILD EINST UND HEUTE. HEYNE VERLAG, MÜNCHEN 1979 (THE BRIDGE OF THE STARS), S. 55 ff.

Dienstag, 5. November 2013

ALLES KREIST!

HERAKLIT spricht: PANTA RHEI=ALLES FLIESST und
                                WIR STEIGEN NICHT ZWEIMAL IN DENSELBEN FLUSS.
Für das WELTALL hingegen gilt: ALLES KREIST!
1.) die Erde mit 29, 76 km/ sek. um die Sonne
2.) die Sonne plus Planetensystem mit 320 um das Zentrum der Galaxis
3.) die Galaxis selbst bewegt sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit (Ja, wohin? Keine Ahnung. Ins kosmische Nichts. Wir wissen: Die Milliarden von Galaxien bewegen sich immer schneller voneinander weg.)
Stillstand: gibt es nicht.
einen Mittelpunkt: auch nicht.
die Sonne: nichts Besonderes
die Erde: noch viel weniger
die Menschheit: nun, ja.
(Prof. Lesch ("Alpha Centauri") macht einmal diesen trefflichen Witz dazu: Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: Wie geht's? Sagt der andere: Nicht gut, ich habe homo sapiens. Sagt wiederum der eine: Das geht vorbei.-)
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Navia, S. 53 f.
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Ende der Durchsage.---

Sonntag, 3. November 2013

GROSSE DENKER: DIE 3-STADIEN-THEORIE DES AUGUSTE COMTE


Nach COMTE hat die Menschheit drei Stadien durchlaufen:

1.) das theologische Stadium: natürliche Phänomene werden mangels Wissen übernatürlich "erklärt"; hierzu gehört der Aberglaube und sonstiger Hokuspokus; Aberglaube=Religion (!); beide würden zum Primitivismus gehören (!); primitive Völker der heutigen Zeit werden dadurch charakterisiert; auch primitive Individuen nicht primitiver Völker (man denke nur an die Unzahl von "Erleuchtern" und deren gut zahlende Kundschaft).
2.) das philosophische bzw. metaphysische Stadium: die Natur ist das Ergebnis natürlicher Kräfte, die allerdings unsichtbar sind; dies sind z.B. die Ideen und Prinzipien (habe nie welche gesehen, geht ja auch nicht, da praktischerweise unsichtbar; es soll sie aber geben, s. Platon: Ideenlehre).
3.) das positivistische bzw. wissenschaftliche Stadium=höchstes Stadium (mehr geht da nicht): natürliche Vorgänge werden korrekt und exakt beschrieben, indem die kausalen Zusammenhänge aufgedeckt und dargestellt werden; 1) und 2) sind nun überflüssig, da der Unkenntnis entsprungen; außerdem würden lästige Geheimnisse eh nur die Lebensfreude behindern (!); dieser Zustand habe im 19. Jh. begonnen; empirische Wissenschaft als höchste Leistung (!).
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Quelle: Luis E. Navia, S. 81 f.
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AUGUSTE COMTE, geb 1798, steht wie E. Mach und M. Schlick "in scharfem Gegensatz zur theologischen, metaphysischen Gedanken und erstreben die Erkenntnis von rein Tatsächlichem."
Dummerweise fühlte er sich in späten Jahren als "Meister" bzw. "Directeur" einer neuen Schule und Religion.
Schriften: COURS DE PHILOSOPHIE POSITIVE
               DISCOURS SUR L'ESPRIT POSITIF
               SYSTÈME DE POLITIQUE POSITIVE OU TRAITÉ DE SOCIOLOGIE INSTITUANT LA
               RELIGION DE L'HUMANITÉ
Nach COMTE gebe es "keine anderen, wirklichen Kenntnisse als die, welche sich auf beobachtete Tatsachen stützen."
Addendum zur 3-Stadien-Theorie:
"Das theologische Denken löste sich im 14.-18. Jahrhundert auf. Im metaphysischen Stadium werden 'Wesenheiten' fingiert, z.B. eine 'Lebenskraft', eine hintergründige 'Substanz'. Erst im positiven Stadium verzichtet der Mensch auf 'chimärische Hoffnungen' und fragt nicht 'nach den ersten Ursachen oder den letzten Zwecken' oder nach dem 'Unbedingten'."
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JOHANNES REHMKE: GESCHICHTE DER PHILOSOPHIE, Lizenzausg. mit freundlicher Genehmigung der Akademischen Verlagsgesellschaft, Athenaion, Wiesbaden, o. J., S. 305 ff.
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ad 1) Wer schon mal Sektierer auf dem Hals gehabt hat, dem wird vielleicht der Gedanke gekommen sein, daß NIETZSCHES These vom Tod Gottes doch etwas voreilig war. Aber vielleicht sind die ja gar nicht die Abgesandten Gottes, sondern von einem ganz anderen... (vgl. auch Navia, S. 84)
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Philosophandum est!





Samstag, 2. November 2013

LITTLE THINKERS...

In der Reihe 'Little Thinkers' von Rocking Robot gibt es jetzt auch Karl Marx und Friedrich Nietzsche:



Möge also die geistige Revolution - so oder so - glücken!!!

Freitag, 1. November 2013

LUIS. E. NAVIA: 10 HOCH 23

LUIS E. NAVIA nennt in seinem Buch "UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS" die Anzahl der Planeten und Sterne eine "SCHWINDELERREGENDE VORSTELLUNG":
"Innerhalb des für uns beobachtbaren Universums, d.h. innerhalb von zehn Milliarden Lichtjahren, gibt es schätzungsweise 100 Milliarden Galaxien...Multiplizieren wir die Zahl der Sterne der Milchstraße mit der Zahl der bekannten Galaxien, kommen wir auf die unfaßbare Summe von nicht weniger als 100 000 000 000 000 000 000 000 Himmelskörper, was selbstverständlich ein ziemlicher Fortschritt gegenüber den bescheidenen 6000 Sternen ist, die im Altertum und Mittelalter gezählt wurden."
Dabei gehört die MILCHSTRASSE zu einer Gruppe von 17 Galaxien. Ihr am nächsten sind die beiden MAGELLANSCHEN WOLKEN. Weiter draußen im Raum befindet sich ANDROMEDA (M 31), die "unserer" Galaxis ähnelt. Entfernung: über 2 Millionen LJ. ANDROMEDA ist das entfernteste Himmelsobjekt, das noch mit bloßem Auge gesehen werden kann.
Diese Erkenntnisse sind nicht neu und wurden schon unzählige Male in ähnlicher Form dargestellt. Immer wenn man jedoch davon liest, ist man aufs neue von den gewaltigen Dimensionen des Weltalls ergriffen. Ich glaube, daß darin auch ein großer Trost für die geplagten Sterblichen liegen kann. Der Blick aufs große Ganze wirkt ungemein relativierend und macht gelassen.
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R.