Mittwoch, 24. September 2014

PAUL WATZLAWICK: WIE WIRKLICH IST DIE WIRKLICHKEIT?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ro/5/54/Paul_Watzlawick.jpg

WATZLAWICK äußert sich am Ende des ersten Teils  über die Grundthese seines Buches, wie folgt:
"Der Leser dürfte bemerkt haben, daß es auch mir nicht möglich war, Begriffe wie 'wirklich', 'tatsächlich' und so weiter zu vermeiden. Daraus entsteht ein scheinbarer Widerspruch zur Grundthese des Buches, wonach es keine absolute Wirklichkeit gibt, sondern nur subjektive, zum Teil völlig widersprüchliche Wirklichkeitsauffassungen, von denen naiv angenommen wird, daß sie der 'wirklichen' Wirklichkeit entsprechen."
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Auch nichts Neues. Schon Geiler von Kaisersberg (+1510) wußte: Wir sind ganz blind in der Vernunft!
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"URINIERT IN DEN STIEFELN": NIETZSCHE IM IRRENHAUS

In Turin kommt es immer wieder vor, daß NIETZSCHE auf offener Straße eine halbe Stunde lang grinst (keine leichte Übung nach meinem Dafürhalten; wer es nicht glaubt, möge es einmal selbst versuchen). Dezember 1888 umarmt er auf der Piazza ein Pferd, weil er glaubte, es sei mißhandelt worden.
NIETZSCHE haust in schäbigen Absteigen und leidet an allen möglichen Gebrechen: bohrende Migräne, Erbrechen mit Blut, Fieber, Schüttelfrost, Hämorriden, gereizte Nerven, Schlaflosigkeit ("Kleingewehrfeuer" seiner Leiden); er nimmt Chloralhydrat, um schlafen zu können. In seinem Kopf geht es drunter und drüber; seine Gedanken feiern Orgien. Schließlich bringt ihn sein Freund OVERBECK nach Basel ins Tollhaus. Das Wetter ist nicht gut. Es ist naßkalt.
NIETZSCHE, jedoch ganz beschwingt: "Ich will euch, ihr guten Leute, morgen das herrlichste Wetter machen...". Er singt und jauchzt den ganzen Tag. Seine Mutter bringt ihn in die Irrenanstalt von Jena. Dort angekommen, verbeugt er sich immer wieder höflich, redet in selbstbewußter und affektierter Weise, mal italienisch, mal französisch. Den Ärzten will er andauernd die Hände schütteln. Ständig verlangt er nach Frauenzimmern. Er trägt eine Anstaltsmütze, die er über alles liebt. Niemand darf sie ihm wegnehmen.
Er macht lauter verrückte Sachen: Uriniert in den Stiefeln, trinkt Urin, ißt Kot, sieht nachts "ganz verrückte
Weibchen", glaubt, daß einmal "24 Huren bei ihm gewesen" seien, außerdem knurrt er beim Sprechen, macht Bocksprünge, schneidet Grimassen und hält den Oberaufseher für Bismarck. Da NIETZSCHE ein gutmütiger Irrer ist, darf ihn die Mutter nach Naumburg mitnehmen, wo ihre Tochter Dezember 1890 aus Uruguay eintrifft. Dort fungierte sie in einer Kolonie als "Königin von Neugermanien". Betrogene Kolonisten zwangen sie jedoch abzudanken! Wie undankbar, diese Untertanen! Als sie ankommt, steht NIETZSCHE am Arm der Mutter. Sein Blick ist starr, er hält sich gerade wie ein Gardeoffizier und erzählt in bester Laune von seinem Leben in der Armee.
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Quelle: "Stern" 37, 2000, S. 206 ff.


Weibchen"

Dienstag, 23. September 2014

ÜBERMENSCH ODER LETZTER MENSCH (NACH F. NIETZSCHE)

ZARATHUSTRA, aus der Einsamkeit zurückkehrend, predigt die Lehre vom "ÜBERMENSCHEN". Wie der Mensch den Affen verachtet, so wird dermaleinst der "ÜBERMENSCH" auf den Menschen herabsehen. Doch dazu bedarf es des Bewußtseins eigenen Ungenügens.
"Darum ist das größte Erlebnis des Menschen die Stunde der großen Verachtung, da ihm alles an sich zum Ekel geworden ist."
Der andere Weg führt abwärts zum "LETZTEN MENSCHEN":
"Der letzte Mensch ist klein und niedrig. Ihm fehlt der Schwung, er ist zahlreich; denn je niedriger die Art, um so zahlreicher ist sie. Alles ist Durchschnitt, Masse, nirgends Größe, nirgends Originalität."
Ganz klar, wofür sich die Masse entscheidet:
"Die Menge, der Zarathustra dies gepredigt, entscheidet sich für den letzten Menschen. Das ist ihr Ideal. Zarathustra geht erschüttert in die Einsamkeit..."
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Zarathustra aber wird von der Menge gehaßt, weil er ihre "Herdenideale" zerbricht. Er scheitert heroisch. Doch ist es nicht das größte Lob, von den Falschen gehaßt zu werden?
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Zur Spezies "letzter Mensch" gehören unbedingt einige meiner Nachbarn und ehemalige Mitarbeiter! Da bin ich mir ganz sicher. Die Spezies triff man allenthalben, kaum daß man das Haus verläßt. Man entgeht ihnen nicht. They are everywhere!
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Quelle: HANS WEICHELT: NIETZSCHE, DER PHILOSOPH DES HEROISMUS, Baustein Verlag, Leipzig 1924, S. 46 f.



Donnerstag, 11. September 2014

BARUCH DE SPINOZA (1632-1677): INNERE FREIHEIT


"Die 'ETHIK' SPINOZAS ist vielleicht eine der radikalsten Beschreibungen von individueller Freiheit des Menschen. Diese innere Freiheit hat sich Spinoza selbst trotz aller Anfeindungen und Verlockungen immer erhalten können."
JÖRG AUFENANGER: PHILOSOPHIE, Basis Wissen Aktuell, eine Einführung, Lexikothekverlag Gütersloh 1984, S. 104.
Doch hören wir SPINOZA selbst. In der "ETHIK", IV, 70 lesen wir:
"Der freie Mensch, der unter Unwissenden lebt, sucht soviel als möglich ihre Wohltaten abzulehnen."
Prop. LXX: "Homo liber, qui inter ignaros vivit, eorum, quantum potest, beneficia declinare studet."
(SPINOZA ließ sich nicht von jedem zum Bier einladen. Zum Bier sowieso nicht, denn er bevorzugte (soweit ich weiß) Milchsuppe.)
Der freie Mensch-so SPINOZA-strebt nur das zu tun, was er selbst (ratione duce) für das Höchste (summum) erachtet. Wenn ein Unwissender sieht, daß seine sog. Wohltat nicht so gut ankommt, reagiert er mit Haß-immer nach dem Motto: Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag' ich dir den Schädel ein.
In der "demonstratio" heißt es daher: "ignarus igitur, qui in aliquem beneficium contulit, id ex suo ingenio aestimabit, et si minoris ab eo, cui datum est, aestiamri videt, contristabitur"=der Unweise also, der einem eine Wohltat erweist, wird diese gemäß seiner Sinnesart einschätzen, und wenn er sieht, daß sie von dem, dem sie gegeben worden ist, geringer (recht gering) eingeschätzt wird, dann wird er betrübt werden (wird sich seine Stimmung verdüstern); das ist so, weil "unusquisque ex suo ingenio judicat, quod bonum sit"=ein jeder gemäß seiner inneren Anlage urteilt, was gut ist (sei); daher heißt es dann ganz treffend:
"At homo liber (Doch der freie Mensch (ergänze: ist bemüht=studet) reliquos homines amicitia jungere (sich die übrigen Menschen durch Freundschaft zu verbinden) nec paria hominibus beneficia (und nicht den Menschen gleiche Wohltaten) ex eorum affectu referre (gemäß ihrem "Affekt" zurückzugeben; die sie nach ihrer Sinnesart als gleichwertig erachten); sed se (sondern sich), et reliquos (und die übrigen) libero rationis judicio ducere (durch das freie Urteil der Vernunft zu führen), et ea tantum agere studet (und nur dies bemüht er sich zu tun), quae ipse prima esse novit (was er als das Vorzüglichste (Vornehmste; Wichtigste) erkannt hat): ergo (daher) homo liber (der freie Mensch), ne ignaris o(?)dio sit (um nicht den Unweisen "zum Haß" zu sein; um sich nicht bei denen verhaßt zu machen), et ne (und um nicht) eorum appetitui (deren Neigung; Trieb; Verlangen), sed soli rationi obsequatur (sondern ALLEIN DER VERNUNFT ZU GEHORCHEN), eorum beneficia (deren Wohltaten), quantum potest (soweit er es vermag), declinare conabitur (wird er versuchen abzulehnen)."
---Wer kennt sie nicht, die Danaergeschenke? Viele, die etwas schenken, machen doch nur sich selbst ein Geschenk. Sie geben vor, einem etwas Gutes zu tun, doch in Wirklichkeit tun sie nur sich selbst einen Gefallen. Verlogene Heuchler sind sie, sonst nichts. Wie heißt es doch: Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie mit Geschenken kommen.- Wie oft  wird versucht, einen durch "Gefälligkeiten" moralisch festzulegen, zu korrumpieren und zu erpressen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. So mancher, der etwas zu vererben hat, versucht jedes Jahr einen anderen damit zu korrumpieren. Doch meistens werden solche Leute nicht geliebt, werden enttäuscht und geben dem Erbschleicher einen Tritt. Mit beiden (niederen) Spezies sollte man kein Mitleid haben. Der freie Geist tut so etwas nicht bzw. er widersteht solchen Versuchungen. Also: Bekommt man etwas von Dummen (in fast jeder Familie gibt es solche Exemplare), dann ist man den Dummen verpflichtet, was ziemlich dumm ist. Man muß dann diesen Blödköpfen auch noch dankbar sein und gemäß deren Dummheit funktionieren, was geradezu oberdumm ist. Gott bewahre mich vor den Flachköpfen dieser Welt!
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Der Rächer der Enterbten

Dienstag, 2. September 2014

ARYAN BROTHERHOOD


 
Die Aryan Brotherhood ist eine weiße Gefängnisgang, die ihrem Selbstverständnis nach rassistische Ziele verfolgt, in der Praxis aber vor allem kriminellen Aktivitäten wie Drogenhandel, Diebstahl, Prostitution, Raub und Gewaltkriminalität nachgeht.
Die Aryan Brotherhood verwendet gerne germanische oder keltische Symbole und verwendet oft Abkürzungen oder Tarnnamen wie AB, 12/One-Two, The Brand, Alice Baker u. ä.
Oft werden FBI-Analysen zitiert, nach denen nur 0,1 % der Häftlinge AB-Mitglieder sind, von ihnen aber 18 % der Morde ausgehen. Diese Zahlen sind aber umstritten.


DIE GRÜNDUNG IN DEN 60er-JAHREN

Auf jeden Fall entstammt die Aryan Brotherhood einer Situation der 60er-Jahre und hat sich danach verselbständigt. In den 60er-Jahren kamen in den USA immer mehr nicht-Weiße in die Gefängnisse und waren immer besser organisiert, während gleichzeitig die Forderung erhoben und umgesetzt wurde, wie überall im Land die Rassentrennung aufzuheben.
Das hatte zur Folge, dass weiße Gefangene, die zuvor die Oberhoheit hatten und z. B. durch bestimmte Schübe wie in Wirtschaftskrisen und nach Kriegen die Gefängnisse stark popularisiert hatten, in die Minderheit zu geraten drohten. Das bedeutete, dass die AB am Anfang sogar defensiven Charakter hatte, danach aber schnell in die Offensive überging.
Entstanden sein soll die AB im Jahre 1967 im Staatsgefängnis St. Quentin in Kalifornien. Einige Quellen datieren sie auch noch früher (z. B. 1964).
An der Gründung waren aber nicht nur angelsächsische Weiße beteiligt, die einen "Germanenkult" betrieben, sondern auch Iren, die einen "Keltenkult" mitbrachten. So wurde auch das irische Kleeblatt und das Keltenkreuz neben Nazisymbolen wie Hakenkreuz (Swastika) und SS-Runen bzw. -Blitzen Erkennungszeichen der AB.
Namentlich ging die frühe AB auf die Blue Bird Gang zurück, die v. a. aus irischstämmigen Rockern bestand. Da das ganze damals noch nicht in geregelten Bahnen verlief, waren zunächst Namen wie Diamond Tooth Gang und Nazi Gang im Gebrauch.


DIE KONSOLIDIERUNG DER 70er-JAHRE

Die Aryan Brotherhood gewann durch ihre gute Organisation und ihre Härte in den Gefängnissen schnell an Einfluss. Durch erste Haftentlassungen fasste sie auch außerhalb der Gefängnisse schnell Fuß.

Weiterhin begann etwas, das man später nicht mehr so sah und was einen aufgrund der klassischen Links-Rechts-Verhältnisse wundert: In den frühen 70er Jahren gab es eine Zeit lang Verknüpfungen zwischen teilen der linken Gegenkultur und Gefangenengangs, die meist rechts standen und z. B. für den Vietnamkrieg waren.
Das kam daher, dass die politische (Neue) Linke damals immer frustrierter mit der Gesellschaft wurde und nicht mehr auf friedliche politische Veränderungen hoffte. Außerdem glaubte man, dass die Arbeiterklasse, wenigstens die weiße, zu systemfreundlich geworden sei, und dass man daher auf soziale Randgruppen setzen müsse. Eine Untermauerung dieser Vorstellungen lieferten die Theorien von Herbert Marcuse.
Umgekehrt standen die eigentlich rechten Brüder auf die rebellische Musik der linken Protestkultur dieser Tage. Und nicht zuletzt der Drogenhandel erreichte durch die "Couter Culture" ein ungeahntes Ausmaß. Neben dem allgemeinen Zeitgeist wirkten speziell Filme wie "Easy Rider" nachfragefördernd.

In der Praxis zeigte sich aber, dass Gefangenengangs wenig Interesse an sozial-progressiven Ideen haben. 
Einige AB-Veteranen, die diese Zeit noch erlebt haben, berichteten später wortreich über diese Zeit der bedingten Koalitionen.

Ein besonderer Vertreter dieser rebellischen Zeit war Charles Manson mit seiner sog. Family. Manson selber (Jahrgang 1934) hatte schon vor seiner Politisierung Knasterfahrung gesammelt. Daher wusste er, dass mit den Black Panthers und ähnlichen Gruppen in den Zellen nicht zu scherzen war. Manson schloss also einen vorübergehenden Pakt mit der Aryan Brotherhood, der ihn im Gefängnis vor Schikanen schützen und die AB-Mitglieder außen mit Waren und Frauen versorgen sollte. Diese Allianz brachte der Family jedoch auch Probleme ein. Kenneth Como von der AB erwies sich als äußerst Machtbewusst und zog einige Anhänger der Family zu sich herüber (Spaltung in Comoites und Mansonites).
Schließlich kam der endgültige Bruch dadurch, dass Manson sich weigerte, einfach nur als Loyalitätsbeweis einen Schwarzen umzubringen (Quelle: Lynette Fromme).

Die Aryan Brotherhood kümmerte dieses Intermezzo wenig. Sie erhielt dadurch ein wenig Popularität, kümmerte sich an sonsten aber vor allem um die Drogengeschäfte, die inzwischen äußerst blutig ausgetragen wurden. Es kam bei Drogenkämpfen zu vielen Toten auf seiten verschiedener Gangs und der Polizei.
Aus taktischen Gründen konnte man aber auch mit ideologischen Feinden zusammenarbeiten, wie z. B. mit der mexikanischen Gang "La Eme".
Erbitterte Feinde über lange Zeit waren und sind aber die Kämpfer der "Black Guerilla Family". 


DIE NEUSTRUKTURIERUNG DER 80er-JAHRE

Die Konsolidierung der Machtstrukturen wirkte bis in die 80er-Jahre. Die Aryan Brotherhood hatte inzwischen ein Netz fast über die ganzen Vereinigten Staaten gespannt und war jetzt in Chapter aufgeteilt. Die Zusammenarbeit zwischen Untergruppen innerhalb und außerhalb der Gefängnisse funktionierte inzwischen auch prächtig. Neben dem Drogenhandel waren der Überfall auf Geldtransporte und Geldfälschungen "Highlights" der Verbrecherorganisation.
Die Organisation drängte auch zunehmend in den Waffen- und Sprengstoffhandel vor, was aber erst in den 90er-Jahren und später deutliche Auswirkungen hatte. 

Trotz der bisherigen Erfolge musste man aufgrund der gewonnenen Größe und aufgrund der neuen Herausforderungen seine innere Struktur anpassen. Die Aryan Brotherhood teilte sich intern in eine Gruppe für Bundesgefängnisse und eine Gruppe für Staatsgefängnisse (der Einzelstaaten). Die Aryan Brotherhood wurde jetzt von einem Dreiergremium gelenkt.
Nach außen hin versuchte die Aryan Brotherhood, Kontakte zu White-Supremacy-Gruppen wie der Aryan Nation herzustellen. In einigen Fällen gelang das und traf auf Gegenliebe, in anderen Fällen war die Reaktion ablehnend.


WEITERE ENTWICKLUNG: 90er-JAHRE, 00er-JAHRE


Die Aryan Brotherhood setzte im folgenden ihren Kurs fort und intensivierte ihn noch. In den 90er-Jahren kam es nicht nur zu einer langen Reihe von Straftaten, Machtkämpfen und Morden im illegalen Geschäftsleben, sondern auch zu ideologisch motivierten Morden an Nicht-Weißen. Berühmt wurde ein Fall in Jasper (Texas), in dem drei Ex-Häftlinge den Schwarzen James Byrd (Jr.) am Heck ihres Pick-Ups zu Tode schleiften.

Auch der Handel mit Waffen und Sprengstoff wurde intensiviert. Das FBI deckte 2000 auf, dass die AB nicht nur mit Sprengstoff handele, sondern sogar Anschläge auf Bundesbehörden in großem Stil plane.

Gleichzeitig gelangen den Behörden aber auch einige Erfolge gegen führende Mitglieder der AB. Sie konnten einige aus der Zelle (Isolationshaft!) geschmuggelte Kassiber entschlüsseln und so den Führern der AB Mordabsichten nachweisen. Damit waren viele der Anführer in Schwierigkeiten.
Im Jahre 2002 wurden in einer Großaktion viele AB-Köpfe abgegriffen und auf der Grundlage des RICO-Aktes angeklagt. 
In einer Reihe von Großprozessen ab 2006 konnte zwar die Todesstrafe abgewendet werden, aber viele der Gefangenen müssen nun für immer hinter Gittern bleiben. In einigen Fällen macht die Haftverlängerung aber nichts mehr aus, weil die Häftlinge sowieso schon lebenslänglich ohne Chance auf Bewährung haben.
Zum Leidwesen der AB sagten auch einige ihrer Bundesbrüder gegen die Führung aus. Motive mögen einerseits in Haftminderung gelegen haben, andererseits aber auch darin, dass die Führung der AB nicht nur einzelne Mordaufträge erteilt hat, sondern gleich ganze Familien ausrotten wollte.
Da bekamen selbst einige erfahrene Killer Gewissensbisse (z. B. Michael Thompson).
Die Verfolgungsmassnahmen des Staates trafen insbesondere Barry Byron Mills und Tyler "The Hulk" Bingham. 



Im Juni 2005 gingen die Fahnder auch gegen den verbündeten "Order of the Blood" vor, der besonders in Ohio Hauptquartiere unterhielt.

Ein weiteres Problem ist die Aryan Brotherhood of Texas (ABT). Dabei handelt es sich um eine Abspaltung von AB-Anhängern, die vom Führungsgremium der AB nicht in der Organisation geduldet wurde - aus welchen Gründen auch immer.
Neben ihren Bandenkriegen machte die Gruppe Anfang 2014 von sich reden, als sie aller Wahrscheinlichkeit nach für Morde an Staatsanwälten verantwortlich war.
Im Januar 2014 erschoss sie Mark Hasse (Leitender Oberstaatsanwalt) und im März Mike McLelland (Bezirksstaatsanwalt) und seine Frau Cynthia.
Unklar ist, ob auch ein Zusammenhang mit dem Mord am Gefängnisdirektor Tom Clement aus Colorado besteht. Der mutmassliche Täter Evan Ebel starb 2 Tage später in Dallas bei einer Schießerei mit Polizisten.



JOHN CABOT: DER ENGLÄNDER, DER EIN ITALIENER WAR

EIN ITALIENER ENTDECKT AMERIKA

Viele wissen nicht, daß JOHN CABOT der wahre Entdecker Amerikas ist (Datum: 24. 6. 1497; Landung bei Cape Bauld, NEUFUNDLAND). KOLUMBUS (=Cristóbal Colón) dagegen entdeckte lediglich die Inseln, die Mittelamerika vorgelagert sind. Erst 1498 (dritte Reise) kam er bis Südamerika.
CABOT war allerdings auch nicht der erste, denn vor ihm waren schon die WIKINGER da.
Zwei Tage vor dem "Columbus Day" 1965 gab es bei den Italo-Amerikanern einen Aufruhr. Was war geschehen? Die New York Times berichtete über einen Sensationsfund: Eine alte Karte sei aufgetaucht, auf der die von LEIF ERIKSON (11. Jh.) entdeckten neuen Länder zu sehen sind (u.a. VINLAND). Die größte Sensation war aber, daß die Karte um 1440 entstanden sei, also 52 Jahre vor der "Entdeckung" des KOLUMBUS! War KOLUMBUS etwa ein Hochstapler?
Doch zurück zum "Columbus Day"! Als der Artikel über die VINLAND KARTE (THE VINLAND MAP) erschien, ward das Geschrei bei den Italos groß, weil KOLUMBUS, den sie für einen Italiener hielten, der aber wahrscheinlich ein Spanier oder spanischer Jude war, nicht mehr der erste Entdecker der Neuen Welt sein sollte. Doch die Italos hatten sich umsonst aufgeregt: JOHN CABOT war in Wirklichkeit ein Italiener! Er hieß GIOVANNI CABOTO und segelt unter englischer Flagge.
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C. W. CERAM, der in Wirklichkeit MAREK hieß, über JOHN CABOT, der GIOVANNI CABOTO hieß. (Zusammengefaßt von mir: Name vergessen.)
Quelle: C. W. CERAM: DER ERSTE AMERIKANER (The First American), das Rätsel des vor-kolumbischen Indianers, Rowohlt, Hamburg, 1972, S. 31 ff.

Montag, 1. September 2014

DAS RAUM-ZEIT-KONZEPT DES JOHN ARCHIBALD WHEELER (GEB. 1911)

JOHN ARCHIBALD WHEELER war ein bedeutender Kosmologe sowie Schüler von NIELS BOHR und Anhänger EINSTEINS. Zusammen mit ROBERT W. FULLER verfaßte er eine provokante Arbeit mit dem Titel "Causality and Multiply-connected Space Time". Er führte auch den Begriff der "SCHWARZEN LÖCHER" in die Physik ein. WHEELER versuchte die ALLGEMEINE RELATIVITÄTSTHEORIE mit der QUANTENPHYSIK in Einklang zu bringen und betrachtete mittels beider Theorien den Raum. Dabei galt ihm die QUANTENPHYSIK als Universalprinzip (principium universale). Was lehrt uns WHEELER?
1.) Der Raum besteht aus GEONEN (=hypothetische Raumteilchen oder RAUM-QUANTEN. Dies versucht er so zu beweisen:
a) Die Raum-Zeit-Struktur ist durch Sterne und Galaxien gekrümmt. Also hat sie eine bestimmte Masse.
(Wie kann Zeit Masse haben?)
b) Der Raum (=die Geonen) unterliegt folglich dem Gesetz der Masse (wie meine Nachbarin; A.d.V.), ergo haben auch die Geonen Masse; daher sind sie existent.
ad a) EINSTEIN lehrt: es gibt realiter keine gerade Linie; alles ist gekrümmt; durchquert ein Lichtstrahl das ganze Universum, kommt er wieder am Ausgangspunkt an (der Weg war umsonst); wenn man lange genug in eine Richtung blickt, könne man das Bild seines Hinterkopfes sehen (geht einfacher mit zwei Spiegeln)!
2.) Die Raum-Zeit-Struktur weist Löcher auf (sog. "WURMLÖCHER"); im "subnuklearen" Bereich sieht der Raum aus wie ein Schwamm oder wie Schaum.
3.) Die "Wurmlöcher" führen zum sog. WHEELERSCHEN SUPERRAUM; dort gibt es weder Raum noch Zeit (also ein raum-und zeitloser Raum; sehr praktisch, da kann man nicht zu spät kommen und braucht auch keine teuren Uhren; doch wie kann man sich in einem raumlosen Raum aufhalten; das weiß wohl nur MR. WHEELER.); alles, was dort geschieht, ist schon geschehen, wenn es anfängt (wesentlich günstigere Arbeitsbedingungen als im Hier und Jetzt; unsere Begriffe und Dimensionen sind dort nicht existent; Zukunft und Vergangenheit sind bedeutungslos; kein Vorher, Danach und Beinahe (Frage: Was gibt es überhaupt im "HYPERRAUM"? Was macht man da den ganzen Tag?)
4.) Das Universum hat die Form eines Kranzes; auf seiner gekrümmten Oberfläche liegen die Galaxien; das Kranzloch entspricht dem SUPERRAUM; WHEELER fragt sich: Kann ein Signal mit Lichtgeschwindigkeit von einem anderen überholt werden, das sozusagen eine Abkürzung durch ein "WURMLOCH" und den SUPERRAUM nimmt (und somit eine zeitlose Reise macht)? WHEELER bezieht sich hierbei auf das Prinzip der sog. EINSTEIN-ROSEN-BRÜCKE (=zeitlose Passagen und Querverbindungen durch die Raum-Zeit). Der Begriff geht auf eine Arbeit von ALBERT EINSTEIN und NATHAN ROSEN zurück.
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Quelle: JOHANNES VON BUTTLAR: DIE EINSTEIN-ROSEN-BRÜCKE (lesenswert!).-