Freitag, 2. März 2018

MORGAGNUS: EWIGER RUHM

In einer so großen Berühmtheit des Ruhms (guten Rufes), konnte MORGAGNUS auch den führenden Männern (den Fürsten; ganz besonders; minime...non; Litotes; doppelte Verneinung zur Verstärkung) gefallen, von dem (dem Ruhm nämlich) allerdings (freilich) von HORAZ in wahrer Weise gesagt worden ist, daß das letzte (größte?) nicht der Ruhm sei (Text etwas verderbt: esse?).
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In tanta celebritate famae, Principibus quoque viris minime placere non poterat MORGAGNUS, quam quidem non ultimam esse (?) laudem vere ab Horatio dictum est.
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MORGAGNUS: SEIN RUHM

Mit (zu) Recht sagte er, daß er es als höchste Wohltat anrechne (zu der...rechne; als...ansehe), daß er zu dieser Bürgerschaft (Stadt) hinzugewählt worden war, von der er Auszeichnungen erhalten hatte, die als die größten gegeben werden konnten (größtmöglichste Auszeichnungen) und daß er des Lehrens wegen (um zu lehren) sich in diese Stadt begeben hätte, die sowohl durch Bildung als auch Gelehrsamkeit herausragte (hervor-); so linderte es viel (sehr) die Sehnsucht nach der teuren Heimat (=Forli; Forum Livii) und daher geschah es (so kam es), daß er, auch wenn er (mag es auch sein, daß er) mit großen Vorteilen (Belohnungen; für großen Lohn) in anderen Städten zu lehren eingeladen war und in diesen (und zwar in diesen) hochberühmten Gymnasien, bald innerhalb, bald außerhalb Italiens, (daß er) sich (also) immer geweigert hat zu gehen (es zurückgewiesen hat...). Auch dies "war strahlend zum Ruhme" eines so großen Mannes (trug zu seinem Ruhm bei), daß LORENZ HEISTER, GEORG DANIEL KOSCHWITZ, ALBERT HALLER, von den Einheimischen aber JOSEPHUS (GIUSEPPE?) ANTONIO PUJATO, FRANCESCO MARIA ZANOTTO, JO. GERARDO ZEVIANO und andere Männer von größter Gelehrsamkeit einige aus vielen Büchern, die sie schrieben ("machten"), seinem Namen darbrachten (widmeten; nuncupare=feierlich aussprechen, erklären, (be)nennen; als Erben einsetzen).
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MORGAGNUS: VITA (FORTSETZUNG)

Mehrere (recht viele) Reisende, Engländer besonders, habe ich kennengelernt (kenne ich), die aus Italien zurückgekehrt, fröhlich und dankbar sich erinnernd erzählten, wie menschenfreundlich er jene aufgenommen hatte und wieviel sie aus den gelehrten, "verschiedenen" (abwechslungsreichen, unterhaltsamen), angenehmen Unterredungen gewonnen hatten.
Obwohl aber, wie oben gezeigt wurde, ihm jener Lohn für das Amt des Lehrens (Lehramt) vom Senat von Venedig bewilligt worden ist, das niemandem je-(pag. xjx.)mals zugestanden wurde, mußte er dennoch deswegen nicht den Verdruß oder Neid der übrigen Professoren fürchten, weil unter diesen keiner war, der seinem Ruhm nicht sehr viel gewogen war. Zum fünftenmal war er Vorsitzender des Venezianischen "Turner-Kollegiums" (?), welches Amt, obwohl durch Gesetze verfügt (verordnet) wird, daß es nicht länger als ein Zeitraum von drei Jahren dauert, ihm einmal auf sieben Jahre verlängert worden ist.
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Donnerstag, 1. März 2018

LAT. TEXT DIESER STELLE (MORGAGNUS, VITA: RUHM UND ANSEHEN)

Quanta autem dignitate viveret Patavii, haec sunt indicia. Ejus schola ac domus floruit semper nobilitate ac frequentia discipulorum, nec unquam praelectiones demonstrationesve habuit anatomicas, quin magnus ad eum omnium ordinum omniumque aetatum fieret concursus. Nullus vel mediocriter eruditus hanc adibat  civitatem, qui MORGAGNUM videre, adire, alloqui praetermitteret; nemo vero ab ipso unquam disscessit, qui non parem ejus humanitati ac doctrinae laudem tribuendam esse judicaverit.
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NACHTRAG: AD MORGAGNUM: RUHM UND ANSEHEN: ÜBERSETZUNGSTECHNISCHES

nemo vero ab ipso unquam discessit, qui non parem ejus humanitati ac doctrinae laudem tribuendam esse judicaverit.
---ab ipso=von ihm selbst
qui...: mit konsekutivem (von derart, daß) oder modalem Nebensinn (ohne daß, ohne zu)
non parem...ac...laudem=  daß gleicher Ruhm der Bildung wie der Gelehrsamkeit; ac: nach Ausdrücken der Gleichheit: wie
judicaverit
Konjunktiv Perfekt wegen des Nebensinnes
Ü: niemand aber ging von ihm selbst weg, ohne zu glauben (urteilen), daß ihm gleicher Ruhm der Bildung (feinen Lebensart) wie Gelehrsamkeit gegeben werden müsse (zuzugestehen sei).
---par= auch: angemessen; also angemessener Ruhm
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MORGAGNUS: LETZTE JAHRE: ANSEHEN UND RUHM

In wie großer Würde (Ansehen) er aber in Padua lebte, dafür sind dies die Beweise (Anzeichen). Seine Schule und sein Haus blühte durch die Vortrefflichkeit und große Zahl der Schüler und niemals hielt er Vorlesungen oder anatomische Demonstrationen ab, ohne daß ein großer Zulauf (Zusammenlauf) zu ihm aller Klassen und Altersstufen stattfand. Und kein auch nur mäßig Gebildeter besuchte diese Stadt, der es unterließ, den Morgagnus zu sehen, zu besuchen (zu ihm hinzugehen) und anzusprechen; niemand aber ging jemals von diesem weg, der nicht glaubte, daß gleicher Ruhm der Bildung dessen und seiner Gelehrsamkeit zuzugestehen sei (ihm gegeben werden müsse).
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MORGAGNUS: SCHLUSSTEIL DER VITA: DAS DENKMAL

...und das (das Gymnasium) diese (seine Schriften) nicht sehr viel nutzte bei der Ausbildung wissbegieriger junger Männer in diesen  Dingen; kein Streit (Streifrage) ist unter ihnen entstanden oder Zweifel über die anatomische Sache, über die derselbe (=M.) so wie ein Orakel nicht gefragt wurde. Viele berühmte Dinge sind gemacht worden (es gab viele...; viele berühmte Taten dessen), so daß er der (seiner) Heimat zeigte, wie viel (wie sehr) sie sich eines so großen Bürgers rühmte (rühmen konnte). Besonders weil sie in öffentlichen Häusern ein Bildnis aus Marmor desselben aufstellte, auf das ringsum dieses (auf beiden Seiten) dieses Epigramm (Spruch) geschrieben worden war:
Dieser ist (hier ist), wie die Herzen (Seelen, Personen) der lebenden Gelehrten ihn nennen (von ihm behaupten), der Erste in der Kenntnis des menschlichen Körpers.
Darunter aber ist diese Inschrift eingemeißelt: Dem edlen Jo. Bapt. Morgagnus aus Forli und seinen sehr trefflich gefundenen (von ihm geschaffenen) Büchern, die überall in der Welt (unter allen Völkern) berühmt gemacht wurde (durch ihn), hat die Heimatstadt (Forli) bewilligt, ein marmornes Bildnis aufzustellen an diesem sehr berühmten Ort des immer noch (bis jetzt) Lebenden (=M.).
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