Sonntag, 22. September 2013

AUS DER REIHE: UNGEWÖHNLICHE FÄLLE: SCHIESSEN SIE NICHT AUF EINEN KAKTUS!
ODER: "DIE RACHE DES KAKTUS"

DAVID GRUNDMAN glaubte, sich an diesen wohlmeinenden Rat nicht halten zu müssen und sollte es bitter bereuen. 1982 schoß er in der Nähe von Phoenix, Arizona, in der Wüste auf einen armen, einsamen Kaktus, der ihm nichts getan hatte. Abgesehen davon, daß man sowas nicht macht, war Grundmans Verhalten sinnlos, dem Kaktus gegenüber unfair und alles andere als eine Heldentat. Naturfreund schien Grundman auch nicht gewesen zu sein. Normalerweise ist so ein Kaktus gegenüber Beschuß wehrlos. Das dachte auch unser "Pflanzenfreund". Leider hatte er sich in diesem Fall gewaltig verrechnet. Bei dem Kaktus handelte es sich um einen ungeheuer großen Saguarokaktus. Durch die Schüsse wurde ein sehr großes Stück davon abgetrennt (fast 8m!) und fiel auf "unseren" schießwütigen "Kaktusquäler". Grundman schoß nie wieder auf friedliche Kakteen, denn er war tot.
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Frei interpretiert nach CH. BERLITZ: DIE WELT DES UNBEGREIFLICHEN.
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R.

Freitag, 20. September 2013

DIE DOPPELGÄNGER DES NAPOLEON BONAPARTE

NAPOLEON hatte jede Menge Doubles. Nr. 1 starb vor der Schlacht von Waterloo, Nr. 2 hatte einen Unfall und war deswegen als Double nicht mehr einsatzfähig, N. 3 und Nr. 4 sahen aus wie seine Zwillingsbrüder. Deswegen holte der Kaiser sie an seinen Hof. Einer davon hieß FRANCOIS EUGÈNE ROBEAUD. Wahrscheinlich doubelte er NAPOLEON bis zum Ende.
Es gibt die verrückte Theorie, daß NAPOLEON aus dem Exil auf St. Helena geflüchtet sei. Ein Doppelänger mußte dann den undankbaren Job übernehmen und NAPOLEON auf der Insel spielen.
1818, BALEYCOURT: Eine Luxuskutsche macht halt vor dem Haus des Napoleondoubles ROBEAUD. Bald danach verdünnisieren sich ROBEAUD nebst Schwester. Diese wird später in TOURS aufgespürt, wo sie ein Luxusleben führt! Sie sagt folgendes aus:
"Er ist zu einer langen Reise aufgebrochen."
Im selben Jahr siedelte sich ein gewisser REVARD in VERONA an. Er eröffnet dort einen kleinen Laden. Den Leuten fiel auf, daß er NAPOLEON sehr ähnlich sah, weshalb man ihn auch den "Kaiser" nannte.
Dagegen wurde der Gefangene auf St. Helena dem Kaiser zunehmend unähnlich. Er litt unter Vergeßlichkeit, seine Handschrift war irgendwie anders und er machte einen etwas ungeschliffenen Eindruck.
Jedenfalls starb NAPOLEON am 5. Mai 1821 im Exil. Oder etwa doch nicht?
Zwei Jahre später: Der falsch oder vielleicht doch echte NAPOLEON aus VERONA macht sich dünne!
4. Sept. 1823: In Schönbrunn wird ein Mann getötet. Der Mann lief auf das Schloß zu, in dem sich NAPOLEONS Sohn befand, der todkrank war. Als man die Leiche des Mannes fand, wurde sofort das Schloß unter Bewachung gestellt! Die Frau NAPOLEONS verfügte, daß der Mann im Schloß bestattet werde, und zwar neben den in Planung befindlichen Gräbern für sie und ihren Sohn!
30 Jahre später: PETRUCCI packt aus und behauptet, man habe ihm 100 000 Goldkronen gegeben, damit er Stillschweigen bewahre über die wahre Identität von REVARD. Dieser sei kein Geringerer als NAPOLEON BONAPARTE!
(Vielleicht hätte man ihm ein paar Goldkronen mehr geben sollen.)
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PS: IN JEDEM GUTEN IRRENHAUS GIBT ES MINDESTENS EINEN NAPOLEON! AM BESTEN ZWEI ODER DREI. VIVE L'EMPEREUR!
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NACH: CHARLES BERLITZ: UNGLAUBLICH-DIE WELT DES UNBEGREIFLICHEN, Weltbild Verlag, Sonderausgabe, Augsburg 1994, 2. Teil: Die Welt des Unbegreiflichen (Erlebnisse mit einer anderen Dimension), S. 156 ff.
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R.

Mittwoch, 18. September 2013

BUCHEMPFEHLUNG: HAMMOND INNES: DIE KONQUISTADOREN, HEYNE-BUCH, MÜNCHEN 1978.
Leseprobe: Kapitel "VORSPIEL ZUR EROBERUNG":
"Am 10. Februar 1519 brach CORTEZ nach jenem Lande auf, das später NEUSPANIEN heißen sollte. Er war jetzt dreiunddreißig und hatte fünfzehn Jahre, fast die Hälfte seines Lebens, in Westindien verbracht. Er war Schreiber, Staatssekretär und Schatzmeister von VELAZQUEZ gewesen...In SANTO DOMINGO, der Hauptstadt von HISPANIOLA, erfuhr man alles, was in der NEUEN WELT vorging. Nachdem PINZÓN und SOLIS 1508/ 9 auf der Suche nach einem Übergang nach Asien die Küsten von YUKATAN und HONDURAS bis BRASILIEN befahren hatten, unternahmen OJEDA und NICUESA 1509-1511 ihre unseligen Versuche, sich auf dem Festland zwischen VENEZUELA und HONDURAS anzusiedeln. Dies führte schließlich zur Gründung einer Kolonie in DARIÉN durch BALBOA und PIZARRO. Inzwischen war JAMAIKA unterworfen worden, und VELAZQUEZ hatte sich, begleitet von CORTEZ, in KUBA niedergelassen. 1513 entdeckte PONCE DE LEÓN, durch zwei kampfreiche Jahre in PUERTO RICO ein kranker Mann, nach langer Irrfahrt auf der sinnlosen Suche nach irgendeinem sagenhaften Jungbrunnen durch Zufall FLORIDA. Das erregendste Ereignis aber war im September des gleichen Jahres die Entdeckung des PAZIFIKS durch BALBOA."
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COVER, RÜCKSEITE: "HAMMOND INNES, Bestsellerautor zahlreiche Romane und Sachbücher, zeichnet in dem vorliegenden Buch eine der großartigsten und zugleich blutigsten Episoden der Geschichte nach: die grausame Unterwerfung MEXIKOS und PERUS durch spanische KONQUISTADOREN. Auf den Spuren dieser verwegenen Männer führt INNES den Leser zunächst in die ESTREMADURA, jenes rauhe spanische Hochland, das die Heimat so vieler tollkühner Eroberer war, dann über die Gebirge und durch die Wüsten der NEUEN WELT und schließlich auf jenen Seeweg im SÜDPAZIFIK, den PIZARRO auf seinen Entdeckungsreisen erschlossen hatte.
So entstand ein Werk, das bei aller historischer Genauigkeit die Lebendigkeit und Spannung eines großen Abenteuer-Romans besitzt."
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Bei KONQUISTADOREN denke ich immer an den WERNER-HERZOG-FILM "AGUIRRE, DER ZORN GOTTES" (ein großangelegtes Scheitern), genial besetzt mit KLAUS KINSKI in der Rolle des DON LOPE DE AGUIRRE. So weit ich weiß, hielt sich KINSKI in dieser Zeit allen Ernstes für AGUIRRE. Ich sah den Film das erste Mal als Teenager in den 70-ern, dann in den folgenden Jahren immer wieder. Er hat mein Bild von der spanischen Eroberung und der Konquistadoren entschieden geprägt. Ich war natürlich immer auf Seiten der Spanier!
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Hier noch eine "lustige Szene":
"Bei ihrer Abreise von VERA CRUZ nahmen die Spanier die acht Mädchen mit. Die Schönste, auf den Namen Francisca getauft, gab CORTEZ wieder seinem Freund PUERTOCARRERO. Er selber hatte eine Nichte des dicken Kaziken bekommen, die ausnehmend häßlich war. Vielleicht war es ein schlechter Witz, daß man ihr den Taufnamen CATALINA gab. Für einen Mann, der als Weiberheld bekannt war, zeigte CORTEZ merkwürdig wenig Interesse für indianische Mädchen."
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Von häßlichen Nichten dicker Kaziken sollte man als Ästhet lieber die Finger lassen.
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Euer Aguirre
"Ein SAMURAI sollte ein Mann der Tat sein, dazu war er erzogen, und SADAYORI begann darüber nachzudenken, welche Taten er vollbringen könnte."
"SADAYORI setzte sich neben den Baum und starrte ins Nichts."
Aus: C. W. NICOL: DER LETZTE SAMURAI (Titel des Originals: Harpoon).
Der überaus spannende Roman spielt im Japan des 19. Jahrhunderts, in einer Umbruchszeit. Der Samurai MATSUDAIRA SADAYORI, ein Mann des "DAIMYO VON WAKAYAMA", will aus Walfangbooten eine japanische Marine aufbauen. Er beauftragt den Walfänger JINSUKE, die sogenannten "schwarzen Schiffe" der Amerikaner auszukundschaften.
Unbedingt lesenswert!
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R.

Samstag, 7. September 2013

DER GRAF VON ST. GERMAIN: DER MANN, DER ALLES WEISS, UND NIEMALS STIRBT
(nach: JOHANNES VON BUTTLAR: DRACHENWEGE)

Der legendäre wie geheimnisvolle GRAF VON ST. GERMAIN galt als "der Mann, der alles weiß und niemals stirbt". So jedenfalls nannte ihn der Aufklärungsphilosoph VOLTAIRE, der mit dem Grafen korrespondierte. Es ist ein Brief vom 6. Juni 1761 erhalten, den VOLTAIRE mit dem vermutlich sich selbst verliehenen Titel "gentilhomme du Roy" unterzeichnet.
Wußte der geheimnisumwitterte und staunenswerte Graf wirklich alles? Nein, aber sehr viel war ihm bewußt. Er war viele Personen in einer: Alchemist, Philosoph, Literat, Komponist, sogar Geigenvirtuose etc.
Seine Herkunft war dubios. Er war der Mann ohne Geburtsurkunde und Totenschein.
1710 wurde er von der GRÄFIN DE GEORGY in Venedig gesehen. Als diese ihn 1758, also 48 Jahre später, am Hof von LUDWIG XV. wiedersah, sprach sie ihn darauf an. Die Gräfin glaubte, daß sie damals seinen Vater gesehen habe, doch der Graf verneinte dies! Doch sie ließ nicht locker. Dies könne unmöglich der Fall sein, denn der Graf, den sie damals getroffen habe, sei mindestens 45 Jahre alt gewesen. Dagegen schien ihr der Mann, mit dem sie sprach, noch nicht so alt zu sein.
Die Rechenkünste der skeptischen Gräfin brachten den Grafen jedoch in keiner Weise aus der Fassung. Unbeirrt antwortete er:
"Madame, ich bin sehr alt."
Die Gräfin folgerte messerscharf:
"Aber dann müssen Sie beinahe 100 Jahre alt sein."
Darauf der eloquente Graf:
"Das ist durchaus denkbar."
Das Gespräch wurde überliefert durch die Gräfin de B., eine Hofdame. Sie beschreibt den Grafen u.a. als Mann von besten Manieren, geistreich, unauffällig, aber geschmackvoll gekleidet, vielsprachig etc. (er solle sogar exotische Sprachen wie Sanskrit, Chinesisch und Arabisch gekonnt haben!). Auch sei er ein Klaviervirtuose gewesen sowie ein begnadeter Maler, der besondere Farben hergestellt habe!
Der Graf sei außerdem ein weitgereister Mann gewesen: Asien, Persien (1737-42), England (1745). In England geriet er unter den Verdacht der Spionage!
1749 war er am Wiener Hof. Dort überredete ihn ein gewisser GRAF DE BELLE-ISLE, mit ihm zusammen nach Paris zu reisen, um ihn dem König vorzustellen, der nach einem geistreichen Geprächspartner verlange.
Dort freundete er sich mit der berühmten MADAME DE POMPADOUR an. Mit dem König führte er Diskurse über Naturwissenschaft und über "seriöse" Themen wie Alchemie, das Lebenselexier und den "Stein der Weisen". ST. GERMAIN schenkte dem König eine Handvoll Diamanten, die er, so behauptete er, selbst hergestellt habe. Der Graf wußte, "wie man es macht". Prompt erhielt er ein Salär und Wohnrecht im Schloß Chambord (440 Zimmer!). Dort richtete er sich ein Labor ein, wo er mit dem König zusammen Experimente durchführte. Dadurch, so sagt man, sei der König von seinem "ennui" geheilt worden,was bestimmt nicht einfach gewesen sein dürfte. Denn groß ist der "ennui" des Königs!- Clever!
Die Wundertaten des Grafen werden von verschiedenen Autoren bezeugt: GRÄFIN DE GENLIS-BARON CHARLES-HENRY DE GLEICHEN-CASANOVA!
1755: Indienreise des Grafen (zum 2. Mal)
1757: Paris.
1758: Er habe das Lebenselexier entdeckt! (Wurde ja auch Zeit. Wir gratulieren dazu und glauben kein Wort.) Von da an hatte er gewaltigen Zulauf durch die Hofdamen, die etwas vom "ewigen Leben" abbekommen wollten.
1760: diplomatische Mission nach Den Haag; London-Deutschland-Rußland
1761: Briefwechsel mit VOLTAIRE (s.o.)
1762: Angeblich habe er beim Sturz des ZAREN PETER III eine Rolle gespielt und KATHARINA somit den Thron verschafft!-Rückkehr nach Paris-alchemistische Experimente in CHAMBORD.
1769: Berlin-Venedig-Rußland-Triesdorf (1774-76)-Leipzig und Dresden (1776)-Hamburg (1779)-Freundschaft zum LANDGRAFEN CARL VON HESSEN (dieser war natürlich Alchemist, Freimaurer und auch noch Rosenkreuzer)-gemeinsame Experimente im "Alchemistenturm" von Schloß Louisenlund (Eckernförde)
Zwischen 1776 und 79: Angeblicher Besuch bei FRIEDRICH DEM GROSSEN; dieser war allerdings nicht so leichtgläubig. Er nannte den Grafen "ein(en) Mann, den niemand in der Lage ist, zu verstehen."
MESMER, der den sog. "animalische Magnetismus" erfunden hat, wurde von ST. GERMAIN über das Unterbewußtsein aufgeklärt.
1783: Louisenlund-dort sei laut Kirchenbuch "der sich so nennende Graf von St. Germain und Weldona ('well done'=gut gemacht!) verstorben und in hiesiger Kirche still beigesetzt." Who wants to live forever!
Doch Totgesagte leben länger. Laut Protokoll der "Großen Sitzung des Freimaurerkongresses von Wilhelmsbad" (15. 2. 1785): ST. GERMAIN und LOUIS-CLAUDE DE SAINT MARTIN führen die Delegation der französischen Freimaurer an. (Wenn man tot ist, geht das ja schlecht.)
Weitere Zeugnisse: COMTESSE D'ADHÉMAR: SOUVENIRS DE MARIE-ANTOINETTE:
"Ich sah Monsieur de Saint Germain zu meiner unbeschreiblichen Überraschung immer wieder: 1793 bei der Hinrichtung der Königin; am Tag nach dem Tod des Herzogs von Enghien, 1804; im Januar 1813 und am Vorabend der Ermordung des Herzogs von Berri, 1820."
Ergebnis: ST. GERMAIN war mindestens 155 Jahre alt!!!
1788: Laut COMTESSE D'ADHÉMAR warnt der Graf den König und die Königin, daß dunkle Zeiten für die Monarchie kommen würden:
"Aber was er sagte, war für uns so unvorstellbar, daß wir ihm nicht glaubten..."
Als die Comtesse ihn fragte, woher er käme, wo er doch 1784 gestorben sei, habe er geantwortet
"Aus China und Japan."
1788, am Vorabend der Revolution, hatte er der Comtesse erklärt:
"Ich habe alles versucht, um die Ereignisse in eine andere Richtung zu lenken. Nun ist nichts mehr zu machen. Meine Hände sind durch eine Kraft gebunden, die stärker ist, als ich es bin. Es gibt Zeiten, in denen ich nie aufgeben würde, aber es gibt auch andere, in denen ER den Rückzug anordnet und ein Verstoß gegen Seinen Befehl nicht möglich ist. Solch eine Zeit ist jetzt angebrochen."
Feine Sache, wenn man auf Befehl einer höheren Macht agiert! War ST. GERMAIN gar ein Vertreter des "unsichtbaren Kollegiums", wie manche glauben?
Um 1790: der Freimaurer und Rosenkreuzer FRANZ GRÄFFEN schreibt über seine letzte Begegnung mit ST. GERMAIN. Dieser sprach:
"Ich scheide. Suche mich nicht. Irgendwann einmal wirst du mich wiedersehen. Morgen nacht bin ich außer Landes. Ich muß nach Konstantinopel, dann nach England, um zwei Erfindungen vorzubereiten, die im nächsten Jahrhundert gemacht werden-Eisenbahnen und Dampfschiffe, die für Deutschland geplant sind. Die Jahreszeiten werden sich langsam verändern-erst der Frühling, dann der Sommer. Das ist die schrittweise Wandlung der Zeit selbst, die Ankündigung, daß der jetzige Zyklus endet. Ich sehe dies alles. Glaube mir, Astrologen und Meteorologen wissen nichts, man muß die Pyramiden studiert haben, wie ich. Zu Ende dieses Jahrhunderts werde ich aus Europa verschwinden und mich in die Regionen des Himalaya begeben. Ich muß rasten, ausruhen. Genau in fünfundachtzig Jahren werden die Menschen ihren Blick wieder auf mich richten. Lebewohl, mein Freund."
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Feine Sache, wenn man alles sieht. Und vergeßt nicht: immer schön die Pyramiden studieren!
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(im Auftrag des Grafen ST. GERMAIN sowie auf höhere Weisung)
R.







Samstag, 24. August 2013

COCOS ISLAND: LETZTE ÜBERLEGUNGEN

1.) Es ist unlogisch, schwere Schatzkisten allzu weit in die Insel hinein zu schleppen. Außerdem geht es ziemlich schnell bergauf. R. OSTLER meint:
"Zusätzlich kommt hinzu, daß die Verberger, also die Piraten, nicht unbedingt die schwere Arbeit liebten."
Geldgierig und faul!
2.) Die "DEAR MARY" hatte nur 15 Mann. (Ob dies etwas mit dem berühmten Piratensong aus "TREASURE ISLAND" zu tun hat? Jeder, der das Buch gelesen hat, kennt ihn:
"Fifteen men on the dead man's chest-
Yo-ho-ho, and a bottle of rum!"
3.) BONITO dagegen hatte zwar genug Leute, doch waren die alle nicht gerade "von Schaffhausen". OSTLER meint auch hier:
"...aber auch in diesem Fall wiegt das Argument der Faulheit und des Phlegmas schwer." (wie bei meinen Schülern, das sind aber keine Piraten)
4.) Das Wiederauffinden war an die genaue Kenntnis der Lage geknüpft. Logischer scheint die Aufteilung und das Verbergen an verschiedenen Plätzen.
5) Gründe für das Nicht-Wiederauffinden: Erdbeben oder, was OSTLER die "Duplizität der Örtlichkeit" nennt. Diesen Sachverhalt erklärt er in seinem "HANDBUCH FÜR SCHATZSUCHER".
6.) Die "DEAR MARY" und die "RELAMPAGO" ankerten nicht in der CHATHAM BAY oder in der WAFER BAY, sondern in der BAHIA ESPERANZA. Diese liegt im Süden der Insel und wurde weniger angelaufen. Man hatte dort also mehr Ruhe. Auch gibt es in dieser Bucht einen konischen Felsen, von dem bereits die Rede war. Für diese Theorie spricht eine Aussage CHABRALS:
"Wir lichteten schließlich den Anker, setzten Segel und umrundeten die südliche Spitze der Insel."
Auch erzählt CHABRAL von einem hohen Wasserfall. Seine Beschreibung paßt genau auf den Wasserfall in der BAHIA ESPERANZA.
7) Folgeungen:
a) Die Schätze bestanden aus größeren Mengen von Metall. Große Mengen davon ließen sich nicht auf einmal transportieren, da zu schwer und Piraten zu faul.
b) Die Verstecke waren nicht als Dauerdepots gedacht.
c) Man mußte sie problemlos und schnell wiederfinden können.
d) Dennoch sollte das Versteck sicher sein.
e) Ein Loch bei Ebbe am Strand zu graben, ist nonsense!
f) Das Inselinnere kommt auch nicht in Betracht (s.o.).
g) Daß die Beute im Wasser versenkt wurde, ist unwahrscheinlich, da Piraten wasserscheu sind! Auch wäre dies wegen der Haie sehr gefährlich.
h) Was bleibt sind natürliche oder künstliche HÖHLEN!
OSTLER meint:
"Natürliche Höhlen hatten den Vorteil, daß sie bereits vorhanden waren..."
Da hat er recht. Nachteil: Sie können gefunden werden. Auch das stimmt.
Weitere Möglichkeiten: Loch in Höhlenboden graben; Stollen in Berg graben; oder: man verteilt die Beute und vergräbt sie in kleinen Portionen innerhalb eines bestimmten Gebiets; Flußbett umleiten und Beute im Flußbett vergraben; ebenso: Wasserbecken; einsame Strände, vor denen Riffe sind.
i) Die meisten Steine mit Inschriften sind "fakes". Die Kompaßpeilung genügt. Doch BONITO und KEATING haben ZUSÄTZLICH Steine markiert. AUGUST GISSLER fand den von KEATING beschrifteten Stein in der CHATHAM-BAY (Beschriftung: 3 Pfeile, 1 paar Stiefel; Bedeutung: ungeklärt; wohl abstrakte Kunst).
Der Stein wurde später gesprengt!
Weitere Inschrift in der CHATHAM-BAY: Look Y. as you goe for ye S. Coco.
WAFER-BAY: Hinweiszeichen des KAPITÄN SMITH (langer Pfeil; Initialen C. Z.).
Die von BONITO beschrifteten Felsen konnten nicht gefunden werden.
Gründe: verwittert; mit Moos überwachsen; gesprengt.
j) Es gibt unzählige Schatzkarten. Vermutlich sind alle falsch! Erklärung:
"Jahrzehntelang hatten Teerjacken in sämtlichen Häfen von Bristol bis Port au Prince nichts besseres zu tun, als Dummen und Gutgläubigen die Kröten mit solchen angeblich 'echten Schatzkarten' aus der Tasche zu ziehen, um sich den nächsten Becher Rum damit zu finanzieren."
Außerdem: Warum sollte man eine solche Karte herstellen? Sie könnte ja in die falschen Hände fallen.
Auch Kompaßpeilungen sind problematisch: OSTLER wendet ein, daß sich die sog. "Mißweisung" ständig ändere und eine bezeichnete Stelle sich nach Jahren nicht mehr genau an derselben Stelle befinde (im Vergleich zur Original-Peilung).
Die Expedition marschierte schließlich durch die Insel zur CHATHAM BAY:
"Eines Tages stiegen wir über den steilen Gissler-Trail auf, um auf dem Landweg in die BAHIA CHATHAM zu gelangen. Der beschwerliche Weg, der jedoch eine herrliche Aussicht über den nördlichen Teil der Insel gewährt, führt über steile Bergrücken und durch schattige Täler in die Bucht, die den Kirchenschatz beherbergen soll."
In der Bucht lagen 1000e Steine mit Inschriften herum-die ältesten aus dem 16. Jh.! Jeder erzählt eine Geschichte oder berichtet von einem Schicksal. In der Nähe zeigte das Suchgerät große Mengen von Metall an, die jedoch unter Tonnen von Gestein lagen. Graben zwecklos! Das einzige, was sie fanden war alter Schrott! Der Bericht endet:
"Bis zur Brust im aufgewühlten Wasser der Wafer Bay stehend, verluden wir unsere Zargeskisten, umkreist von Haifinnen, in den Ohren das Tosen der Brandungsgischt, die sich an den Felsen brach. Stumm standen wir am Heck und blicken zurück auf die Insel, die sieben Wochen unser Zuhause war. Wehmütig hing jeder seinen Gedanken nach, und die Insel verabschiedete uns so, wie sie uns empfangen hatte: Sie weinte strömende Tränen. Unausgesprochen blieb, was jeder von uns dachte.
Eines Tages komme ich hierher zurück, um dieser Insel endgültig ihr Geheimnis zu entlocken. Bis dahin bleibt sie das, als was sie in die Geschichte einging und als was sie weltberühmt wurde: DIE SCHATZINSEL!"
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So hatte eine kleine Insel sie alle geschafft und ihre hochfliegenden Pläne zunichte gemacht. Die berüchtigten  Piratenkapitäne und sonstige "feine" Gentlemen, Abenteurer, Glücksritter und verrückte Millionäre. Finis.
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LIT:
ALEXANDER EXQUEMELIN: DAS PIRATENBUCH VON 1678.
PETER DISCH-LAUXMAN: DIE AUTHENTISCHE GESCHICHTE VON STEVENSONS SCHATZINSEL.
FABIAN FISCHER: SCHÄTZE, FORSCHER, ABENTEURER.
A. FRANK: SCHIESSEISEN, SILBER UND SKELETTE.
Und wer es selber versuchen möchte: R. OSTLER: HANDBUCH FÜR SCHATZSUCHER (PIETSCH-DER VERLAG FÜR ABENTEUER)
(passend!)
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QUELLE: REINHOLD OSTLER: VERBORGENEN SCHÄTZEN AUF DER SPUR (GEHEIMNIS, GOLD UND ABENTEUER), PIETSCH VERLAG STUTTGART.
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zusammengestellt von
R.









Freitag, 23. August 2013

COCOS ISLAND: BOMBER IN THE JUNGLE

Die Expedition von 1981 versuchte zunächst den Schatz von BONITO zu finden (der in der Ostecke der BAHIA WAFER vermutet wurde). Gemäß einer alten Skizze sollte am Ende einer Schlucht eine Höhle sein, worin sich angeblich Kisten befänden! Tagelang suchte man weiter. Schließlich stießen sie auf einen Felsen, auf dem Zeichen angebracht waren! Durch ein felsiges Bachbett gelangten sie zu der eingezeichneten Stelle. Dann betraten die Abenteurer die Höhle. Doch die Höhle war schon leergeräumt. Auf dem Boden konnte man nur noch die Abdrücke von schweren Kisten sehen. Außerdem lagen Reste von Brettern  herum und rostige Beschläge.
Die Suche ging wochenlang weiter. Sogar der CERRO YGLESIAS (höchster Berg; 680 m) wurde bestiegen (dauerte "nur" 12 h!).
Am Fuß des Berges in der Nähe ihres Camps fanden sie Blechteile. Als sie diese zusammenlegten, ergaben sie den Namen "Fury". Beim Aufstieg fanden sie immer mehr dieser Teile.Nachdem sie um einen Felsen gebogen waren, standen die Expeditionsteilnehmer ganz plötzlich vor dem EXLODIERTEN UND AUSGEBRANNTEN WRACK  EINES US-BOMBERS. Überall lagen Wrackteile herum, dazwischen Knochen! Es waren die Knochen der Besatzung. Die Bordmunition war explodiert. Die Maschine war seit 1948 vermißt. Man  glaubte, sie sei im Pazifik abgestürzt.
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Ein weiteres Opfer der geheimnisvollen Insel.
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R.