1944 machte der Wissenschaftler FRED HOYLE diesen Vorschlag: Unser Sonnensystem ist das Ergebnis einer Supernova. Träfe dies zu, so wäre unser System so häufig, wie es Supernovae gibt (und das sind nicht gerade wenige). Seit ca. 1000 Jahren wurden einige dieser kosmischen Explosionen von den Astronomen registriert. So gilt der sog. Krebsnebel als Überrest einer solchen Supernova. Dieser wurde 1054 von chinesischen Astronomen beobachtet.
KANT, LAPLACE und UREY hingegen sind Vertreter der sog. "Nebelhypothese", wonach das Sonnensystem durch Kondensation eines Nebels entstanden sei. Trifft dies zu-und alles sieht heute danach aus-so gäbe es neben den sonnenähnlichen Sternen jede Menge Planeten. Dies wurde gestützt durch die Entdeckung von BARNARDS STERN (Entfernung von der Sonne: 5, 97 LJ). E. E. BARNARD fand diesen Stern 1916 in der Wildnis am Nachthimmel. 1965 forschte PETER VAN KAMP in dieser Richtung weiter. Er untersuchte die etwas abweichende Bahn von BARNARDS STERN und fand dabei einen Planeten. Dieser kreist um den Stern in einer Entfernung von 672 Millionen km. Das ist ganz schön weit! Doch nicht genug damit. 1969 entdeckte er einen weiteren Planeten. Dieser Planet hat 0, 8 Erdmassen und bewegt sich um den Stern in wesentlich geringerem Radius.
(Luis E. Navia)
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Seit dieser Zeit werden immer neue Planeten entdeckt. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch eine zweite Erde entdeckt wird. Vielleicht ist ja da alles ganz toll!
(Sollte die auch nichts sein, kann man ja auf eine dritte etc. hoffen.)
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LUIS E. NAVIA: UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS. DAS WELTBILD EINST UND HEUTE. HEYNE VERLAG, MÜNCHEN 1979 (THE BRIDGE OF THE STARS), S. 55 ff.
Sonntag, 10. November 2013
Dienstag, 5. November 2013
ALLES KREIST!
HERAKLIT spricht: PANTA RHEI=ALLES FLIESST und
WIR STEIGEN NICHT ZWEIMAL IN DENSELBEN FLUSS.
Für das WELTALL hingegen gilt: ALLES KREIST!
1.) die Erde mit 29, 76 km/ sek. um die Sonne
2.) die Sonne plus Planetensystem mit 320 um das Zentrum der Galaxis
3.) die Galaxis selbst bewegt sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit (Ja, wohin? Keine Ahnung. Ins kosmische Nichts. Wir wissen: Die Milliarden von Galaxien bewegen sich immer schneller voneinander weg.)
Stillstand: gibt es nicht.
einen Mittelpunkt: auch nicht.
die Sonne: nichts Besonderes
die Erde: noch viel weniger
die Menschheit: nun, ja.
(Prof. Lesch ("Alpha Centauri") macht einmal diesen trefflichen Witz dazu: Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: Wie geht's? Sagt der andere: Nicht gut, ich habe homo sapiens. Sagt wiederum der eine: Das geht vorbei.-)
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Navia, S. 53 f.
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Ende der Durchsage.---
WIR STEIGEN NICHT ZWEIMAL IN DENSELBEN FLUSS.
Für das WELTALL hingegen gilt: ALLES KREIST!
1.) die Erde mit 29, 76 km/ sek. um die Sonne
2.) die Sonne plus Planetensystem mit 320 um das Zentrum der Galaxis
3.) die Galaxis selbst bewegt sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit (Ja, wohin? Keine Ahnung. Ins kosmische Nichts. Wir wissen: Die Milliarden von Galaxien bewegen sich immer schneller voneinander weg.)
Stillstand: gibt es nicht.
einen Mittelpunkt: auch nicht.
die Sonne: nichts Besonderes
die Erde: noch viel weniger
die Menschheit: nun, ja.
(Prof. Lesch ("Alpha Centauri") macht einmal diesen trefflichen Witz dazu: Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: Wie geht's? Sagt der andere: Nicht gut, ich habe homo sapiens. Sagt wiederum der eine: Das geht vorbei.-)
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Navia, S. 53 f.
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Ende der Durchsage.---
Sonntag, 3. November 2013
GROSSE DENKER: DIE 3-STADIEN-THEORIE DES AUGUSTE COMTE
Nach COMTE hat die Menschheit drei Stadien durchlaufen:
1.) das theologische Stadium: natürliche Phänomene werden mangels Wissen übernatürlich "erklärt"; hierzu gehört der Aberglaube und sonstiger Hokuspokus; Aberglaube=Religion (!); beide würden zum Primitivismus gehören (!); primitive Völker der heutigen Zeit werden dadurch charakterisiert; auch primitive Individuen nicht primitiver Völker (man denke nur an die Unzahl von "Erleuchtern" und deren gut zahlende Kundschaft).
2.) das philosophische bzw. metaphysische Stadium: die Natur ist das Ergebnis natürlicher Kräfte, die allerdings unsichtbar sind; dies sind z.B. die Ideen und Prinzipien (habe nie welche gesehen, geht ja auch nicht, da praktischerweise unsichtbar; es soll sie aber geben, s. Platon: Ideenlehre).
3.) das positivistische bzw. wissenschaftliche Stadium=höchstes Stadium (mehr geht da nicht): natürliche Vorgänge werden korrekt und exakt beschrieben, indem die kausalen Zusammenhänge aufgedeckt und dargestellt werden; 1) und 2) sind nun überflüssig, da der Unkenntnis entsprungen; außerdem würden lästige Geheimnisse eh nur die Lebensfreude behindern (!); dieser Zustand habe im 19. Jh. begonnen; empirische Wissenschaft als höchste Leistung (!).
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Quelle: Luis E. Navia, S. 81 f.
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AUGUSTE COMTE, geb 1798, steht wie E. Mach und M. Schlick "in scharfem Gegensatz zur theologischen, metaphysischen Gedanken und erstreben die Erkenntnis von rein Tatsächlichem."
Dummerweise fühlte er sich in späten Jahren als "Meister" bzw. "Directeur" einer neuen Schule und Religion.
Schriften: COURS DE PHILOSOPHIE POSITIVE
DISCOURS SUR L'ESPRIT POSITIF
SYSTÈME DE POLITIQUE POSITIVE OU TRAITÉ DE SOCIOLOGIE INSTITUANT LA
RELIGION DE L'HUMANITÉ
Nach COMTE gebe es "keine anderen, wirklichen Kenntnisse als die, welche sich auf beobachtete Tatsachen stützen."
Addendum zur 3-Stadien-Theorie:
"Das theologische Denken löste sich im 14.-18. Jahrhundert auf. Im metaphysischen Stadium werden 'Wesenheiten' fingiert, z.B. eine 'Lebenskraft', eine hintergründige 'Substanz'. Erst im positiven Stadium verzichtet der Mensch auf 'chimärische Hoffnungen' und fragt nicht 'nach den ersten Ursachen oder den letzten Zwecken' oder nach dem 'Unbedingten'."
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JOHANNES REHMKE: GESCHICHTE DER PHILOSOPHIE, Lizenzausg. mit freundlicher Genehmigung der Akademischen Verlagsgesellschaft, Athenaion, Wiesbaden, o. J., S. 305 ff.
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ad 1) Wer schon mal Sektierer auf dem Hals gehabt hat, dem wird vielleicht der Gedanke gekommen sein, daß NIETZSCHES These vom Tod Gottes doch etwas voreilig war. Aber vielleicht sind die ja gar nicht die Abgesandten Gottes, sondern von einem ganz anderen... (vgl. auch Navia, S. 84)
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Philosophandum est!
Samstag, 2. November 2013
LITTLE THINKERS...
In der Reihe 'Little Thinkers' von Rocking Robot gibt es jetzt auch Karl Marx und Friedrich Nietzsche:


Möge also die geistige Revolution - so oder so - glücken!!!
Möge also die geistige Revolution - so oder so - glücken!!!
Freitag, 1. November 2013
LUIS. E. NAVIA: 10 HOCH 23
LUIS E. NAVIA nennt in seinem Buch "UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS" die Anzahl der Planeten und Sterne eine "SCHWINDELERREGENDE VORSTELLUNG":
"Innerhalb des für uns beobachtbaren Universums, d.h. innerhalb von zehn Milliarden Lichtjahren, gibt es schätzungsweise 100 Milliarden Galaxien...Multiplizieren wir die Zahl der Sterne der Milchstraße mit der Zahl der bekannten Galaxien, kommen wir auf die unfaßbare Summe von nicht weniger als 100 000 000 000 000 000 000 000 Himmelskörper, was selbstverständlich ein ziemlicher Fortschritt gegenüber den bescheidenen 6000 Sternen ist, die im Altertum und Mittelalter gezählt wurden."
Dabei gehört die MILCHSTRASSE zu einer Gruppe von 17 Galaxien. Ihr am nächsten sind die beiden MAGELLANSCHEN WOLKEN. Weiter draußen im Raum befindet sich ANDROMEDA (M 31), die "unserer" Galaxis ähnelt. Entfernung: über 2 Millionen LJ. ANDROMEDA ist das entfernteste Himmelsobjekt, das noch mit bloßem Auge gesehen werden kann.
Diese Erkenntnisse sind nicht neu und wurden schon unzählige Male in ähnlicher Form dargestellt. Immer wenn man jedoch davon liest, ist man aufs neue von den gewaltigen Dimensionen des Weltalls ergriffen. Ich glaube, daß darin auch ein großer Trost für die geplagten Sterblichen liegen kann. Der Blick aufs große Ganze wirkt ungemein relativierend und macht gelassen.
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R.
"Innerhalb des für uns beobachtbaren Universums, d.h. innerhalb von zehn Milliarden Lichtjahren, gibt es schätzungsweise 100 Milliarden Galaxien...Multiplizieren wir die Zahl der Sterne der Milchstraße mit der Zahl der bekannten Galaxien, kommen wir auf die unfaßbare Summe von nicht weniger als 100 000 000 000 000 000 000 000 Himmelskörper, was selbstverständlich ein ziemlicher Fortschritt gegenüber den bescheidenen 6000 Sternen ist, die im Altertum und Mittelalter gezählt wurden."
Dabei gehört die MILCHSTRASSE zu einer Gruppe von 17 Galaxien. Ihr am nächsten sind die beiden MAGELLANSCHEN WOLKEN. Weiter draußen im Raum befindet sich ANDROMEDA (M 31), die "unserer" Galaxis ähnelt. Entfernung: über 2 Millionen LJ. ANDROMEDA ist das entfernteste Himmelsobjekt, das noch mit bloßem Auge gesehen werden kann.
Diese Erkenntnisse sind nicht neu und wurden schon unzählige Male in ähnlicher Form dargestellt. Immer wenn man jedoch davon liest, ist man aufs neue von den gewaltigen Dimensionen des Weltalls ergriffen. Ich glaube, daß darin auch ein großer Trost für die geplagten Sterblichen liegen kann. Der Blick aufs große Ganze wirkt ungemein relativierend und macht gelassen.
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R.
Donnerstag, 31. Oktober 2013
LUIS E. NAVIA: DIE MISSLICHE LAGE DES MENSCHEN
Ganz im Geiste von OLD SCHOPENHAUER beschreibt LUIS E. NAVIA in seinem Buch "UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS" die problematische Lage des Menschen:
1.) "Als Einzelmenschen kennen wir nur einen ganz unbedeutenden Bruchteil der Realität. Unsere beschränkten Sinneswahrnehmungen zwingen uns Maßstäbe auf, mit denen die größeren Aspekte der Realität wahrscheinlich nicht mehr zu messen sind. Vielleicht existieren selbst in unserer eigenen Sphäre Dinge, die wir nicht wahrnehmen können, wie ein Blinder die Farben, von denen er umgeben ist, nicht wahrnehmen kann,"
2.) "Das ganze Universum mit seinen unzähligen Himmelskörpern, seiner galaktischen Unendlichkeit und der Winzigkeit seiner atomaren Partikel bleibt ein Geheimnis und wird es wohl immer bleiben. Aber das geheimnisvollste Phänomen ist natürlich-zumindest von unserem Standpunkt aus-der Mensch selbst. Obwohl er in diesen gewaltigen Weiten verloren, zu schrecklicher Bedeutungslosigkeit verdammt und an einen schäbigen Trabanten eines durchschnittlichen Sternes gefesselt ist, ist er sich trotzdem seiner MISSLICHEN LAGE bewußt: er kann denken."
---
Leider! Der Mensch hat m. E. die sprunghafte Entwicklung seiner Großhirnrinde nicht ganz verkraftet. Man könnte auch sagen: Der Mensch hat die Entwicklung seines "Oberstübchens" in demselben nicht ganz "weggesteckt". Er hat die Entwicklung seines "Kopfes" "im Kopf nicht ausgehalten".
Man könnte das Gehirn des Menschen ohne weiteres auch als eine Form der Entartung ansehen! Auf jeden Fall wird es zweckentfremdet. Es ist da, um uns einen Überlebensvorteil zu sichern und nicht um Heidegger zu lesen!
Von wegen "Krone der Schöpfung". (Welche Hybris! Welche völlige Verdrehung der Tatsachen! Wer denkt sich so was aus?)
---
Das Buch: LUIS E. NAVIA: UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS, das Weltbild einst und heute, Heyne Sachbuch, München 1979, S. 41 und 44.
(Titel der amerikanischen Ausgabe: THE BRIDGE OF THE STARS)
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R.
1.) "Als Einzelmenschen kennen wir nur einen ganz unbedeutenden Bruchteil der Realität. Unsere beschränkten Sinneswahrnehmungen zwingen uns Maßstäbe auf, mit denen die größeren Aspekte der Realität wahrscheinlich nicht mehr zu messen sind. Vielleicht existieren selbst in unserer eigenen Sphäre Dinge, die wir nicht wahrnehmen können, wie ein Blinder die Farben, von denen er umgeben ist, nicht wahrnehmen kann,"
2.) "Das ganze Universum mit seinen unzähligen Himmelskörpern, seiner galaktischen Unendlichkeit und der Winzigkeit seiner atomaren Partikel bleibt ein Geheimnis und wird es wohl immer bleiben. Aber das geheimnisvollste Phänomen ist natürlich-zumindest von unserem Standpunkt aus-der Mensch selbst. Obwohl er in diesen gewaltigen Weiten verloren, zu schrecklicher Bedeutungslosigkeit verdammt und an einen schäbigen Trabanten eines durchschnittlichen Sternes gefesselt ist, ist er sich trotzdem seiner MISSLICHEN LAGE bewußt: er kann denken."
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Leider! Der Mensch hat m. E. die sprunghafte Entwicklung seiner Großhirnrinde nicht ganz verkraftet. Man könnte auch sagen: Der Mensch hat die Entwicklung seines "Oberstübchens" in demselben nicht ganz "weggesteckt". Er hat die Entwicklung seines "Kopfes" "im Kopf nicht ausgehalten".
Man könnte das Gehirn des Menschen ohne weiteres auch als eine Form der Entartung ansehen! Auf jeden Fall wird es zweckentfremdet. Es ist da, um uns einen Überlebensvorteil zu sichern und nicht um Heidegger zu lesen!
Von wegen "Krone der Schöpfung". (Welche Hybris! Welche völlige Verdrehung der Tatsachen! Wer denkt sich so was aus?)
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Das Buch: LUIS E. NAVIA: UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS, das Weltbild einst und heute, Heyne Sachbuch, München 1979, S. 41 und 44.
(Titel der amerikanischen Ausgabe: THE BRIDGE OF THE STARS)
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R.
"...UND GÜRT MIR UM DEN DEGEN."
HEINRICH HEINES Gedicht "DIE GRENADIERE" erzeugt eine jener Stimmungen, die den Leser frösteln läßt. Mit wenigen Sätzen erschafft HEINE ein großartiges Bild. Große Geschichte und individuelle Tragik sind eng darin verbunden. Die GRANDE ARMÉE ist geschlagen. Zwei Grenadiere sind auf dem Rückmarsch in die Heimat. Als sie nach Deutschland kommen, erfahren sie die traurige Nachricht, daß die Sache Napoleons verloren ist. Die wenigen Sätze schlagen geographisch wie historisch einen weiten Bogen. Der Blick geht von Rußland über Deutschland nach Frankreich. Die dargestellte Zeitspanne umfaßt den Rückzug der Großen Armee, die Niederlage Frankreichs und die Gefangennahme des Kaisers. Sie bildet den Hintergrund zu dem Schicksal der beiden Grenadiere, die, weil sie in Gefangenschaft waren, zeitversetzt zum Rückzug der Großen Armee als Kriegsheimkehrer in die Heimat zurückkommen. Und wie das oft bei Kriegsheimkehrern geschieht, kommen sie von der einen desolaten Situation in die andere:
"Nach Frankreich zogen zwei Grenadier,
die waren in Rußland gefangen,
und als sie kamen ins deutsche Quartier,
sie ließen die Köpfe hangen.
Da hören sie beide die traurige Mär:
Daß Frankreich verloren gegangen,
besiegt und zerschlagen das große Heer-
und der Kaiser, der Kaiser gefangen."
Beide klagen ob der Situation und wollen sterben. Doch der eine hat Frau und Kind, die ihn brauchen. Dies kümmert jedoch den anderen nicht, der "weit beßres Verlangen" in sich trägt. Er ist von höheren Idealen beseelt. Diese sind der Kaiser und Frankreich:
"Gewähr mir Bruder, eine Bitt:
Wenn ich jetzt sterben werde,
so nimm meine Leiche nach Frankreich mit,
begrab mich in Frankreichs Erde.
Das Ehrenkreuz am roten Band
sollst du aufs Herz mir legen;
die Flinte gib mir in die Hand,
und gürt mir um den Degen."
Ganz Patriot möchte er in Frankreich begraben sein. Dies soll mit allen militärischen Ehren geschehen. Stolz auf seine militärischen Erfolge, soll ihm sein Orden aufs Herz gelegt werden, das für Frankreich schlägt. Soldat bis zum Ende und auch noch im Grab und darüber hinaus, möchte er, mit der Flinte und dem Degen bewaffnet, beerdigt werden. Nicht einmal im Grab will er sich von seinen Waffen trennen. Sie gehören zu ihm, wie nichts in der Welt. Ein Bild voller Symbolik!
Trotz allen Elends, das ihm sein Beruf und der Feldzug gebracht hat, hält der Grenadier also unerschütterlich an seinen soldatischen Tugenden fest.
Doch es gibt noch einen anderen, viel wichtigeren Grund, warum er seine Waffen im Grabe tragen möchte. Er möchte dort nicht wie eine gewöhnliche Leiche vor sich hin modern, sondern "Wache" stehen bzw. "liegen", bis der Kaiser ihn braucht. Wenn er dann Kriegslärm hört und der Kaiser über sein Grab reitet, will er sofort bewaffnet aus dem Grab steigen und den Kaiser beschützen. Er möchte also seine Waffen für den Ernstfall griffbereit haben. Allzeit bereit und immer im Einsatz. Eine makabere Szene:
"So will ich liegen und horchen still,
wie eine Schildwach, im Grabe,
bis einst ich höre Kanonengebrüll
und wiehernder Rosse Getrabe.
Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab,
viel Schwerter klirren und blitzen;
dann steig ich gewaffnet hervor aus dem Grab-
den Kaiser, den Kaiser zu schützen!"
Da kann man nur sagen: IL FAUT MARCHER AU CANON und VIVE L'EMPEREUR!
Was bedeutet dies?- Der Grenadier ist nicht wirklich tot, Frankreich ist nicht endgültig besiegt, ebensowenig der Kaiser. Ideen und Ideale sind nicht totzukriegen. Sie werden wieder auferstehen. Es wird kommen der Tag...
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Man beachte das zweimalige "der Kaiser" bzw. "den Kaiser" in Vers 2 und im letzten Vers!
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HEINRICH HEINE: BUCH DER LIEDER (Junge Leiden/ Romanzen, Nr. 6)
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R.
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