Im "COMPENDIUM, GEOGRAPHIA, LIBER XV" findet sich dieser Hinweis auf die Entdeckung Amerikas:
2) Propagatio Ecclesiae=Ausdehnung, Erweiterung der Kirche
-1) Haec (dieses;=Amerika), quo pacta sit inventa (auf welche Weise es gefunden wurde), dictum est (ist gesagt) in Historia Ecclesiastica L. 2. c. 7, 2. fol.168 (in der Kirchengeschichte Buch 2, Kapitel 7, 2, Blatt 168.
Dort wiederum steht geschrieben:
1) Caroli V. Imperatoris et Hispaniarum Regis auspiciis (Unter der Oberbefehl; durch den Willen; unter der Oberhoheit von Karl V., und des Königs beider Spanien (citerior=Tarraconensis und ulterior=Lusitania und Baetica) detectae sunt (sind entdeckt worden) ingentes in America terrarum plagae (ungeheuer große Flächen (Gegenden; Himmelsgegenden) von Ländern in Amerika) Mexicani Regni (des mexikanischen Königreichs), quod (das) novae Hispaniae nomen (den Namen Neuspanien) nactum est (bekommen hat), antiqua multo amplius (viel größer als das alte (Spanien)). Inde (Von dort aus; dann) Peruvium (Peru?) (A. 1525=im Jahre 1525) auro, populoque dives regio (eine an Gold und Volk (Menschen) reiche Gegend). Omnes hi populi (alle diese Völker) jugo Christi colla submittere docti (die (nachdem sie) gelehrt; unterwiesen wurden, die Nacken dem Joch Christi zu beugen) mire Ecclesiam auxerunt (vermehrten; vergrößerten auf wundersame (wunderbare) Weise die Kirche). Equidem auri cupidine tacti (Allerdings durch die Gier nach Gold berührt; besessen von...; weil sie...) Hispani (die Spanier) rudem gentem (das "rohe"; ungebildete; unerfahrene (einfache) Volk) diris modis (auf gräßliche Weisen; auf alle erdenklichen Weisen) exagitarunt (verfolgten; quälten): verum ea de re edoctus(aber; doch über diese Sache=hierüber unterrichtet; weil er davon in Kenntnis gesetzt wurde) Carolus (Karl), missis (durch Abgesandte), qui in reos inquirerent (die gegen die Schuldigen Untersuchungen anstellen (einleiten) sollten), mitiora tempora restituit (stellte friedlichere (angenehmere) Zeiten wieder her). (A. 1547=im Jahre 1547).-
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So waren sie, die Spanier!
Mittwoch, 11. Dezember 2013
Sonntag, 8. Dezember 2013
SCHELLING, FRIEDRICH WILHELM JOSEPH VON
Schelling 1835 und 1848
* 27.01.1775 in Leonberg
+ 20.08.1854 in Bad Ragaz (Schweiz)
Schelling ist ein deutscher Philosoph. Er stammte aus einer württembergischen pietistischen Pfarrerfamilie und trat 1790 in das Tübinger Stift ein. Schelling pflegte eine Freundschaft mit Hegel und Hölderlin. Schelling wurde von Denkern der späten Aufklärung wie Kant und Fichte geprägt. Seine Begeisterung für die klassische griechische Philosophie kam durch Schiller und Winckelmann. Im Jahre 1798 wurde Schelling Professor in Jena, wahrscheinlich mit Unterstützung von Goethe, Schiller und Fichte. 1803 übernahm er eine Professur in Würzburg. Schelling schloss sich während seiner Professorenkarriere dem romantischen Freundeskreis um Karoline Schlegel an, die er 1803 heiratete.
1806 wurde Schelling Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Direktor der Akademie der bildenden Künste in München, was er bis 1823 blieb.
Schelling unterhielt enge Beziehungen zum theosophisch-mystischen Kreis um Franz von Baader. 1820 - 26 hielt er Vorlesungen in Erlangen. 1827 übernahm er eine Professur in München und 1841 eine in Berlin. 1846 stellte er seine Lehrtätigkeit wegen Erfolglosigkeit ein.
Schelling betrieb seine Philosophie als praktische Philosophie, die an den Leitbegriffen "Freiheit" und "Geschichte" orientiert ist. Durch diese Einbettung theoretischer Reflexion in ein praktisches Interesse radikalisierte Schelling Kants Denkansatz, nachdem sich in Welt und Natur nur das wirklich legitimiert, was durch das freie Handeln der Subjektivität konstituiert ist und damit Resultat menschlicher Praxis ist.
Schelling ging von Fichtes Transzendentalphilosophie aus . Er bestimmte schon früh das Absolute als "absolutes Ich", das nur in einem Akt "intellektueller Anschauung" zugänglich sei. Dieses sei nur in Bildern und Symbolen, ähnlich der mystischen Erfahrungen, vermittelbar, nicht aber in diskursiver Rede. Schelling beschäftigte sich deshalb mit Naturphilosophie und orientierte sich dabei an Naturmystik (z. B. J. Böhme), an neuplatonischer Spekulation und an der damals durchstartenden Naturwissenschaft.
Der Urzustand eines "mythischen Bewusstseins" wird ähnlich dem Sündenfall in der Bibel durch "Entzweiung" mit der Natur aufgehoben. Die Philosophie soll den Menschen dann wieder in den ursprünglichen Zustand der Einheit mit der Natur zurückführen. Die Welt wird zur Naturgeschichte und Geschichte des Geistes.
In seiner Spätphilosophie intensivierte Schelling sein Studium der Grundlehren des Christentums. Für ihn ist "positive Philosophie" nur unter der Voraussetzung einer "negativen Philosophie" möglich. Deshalb kann das Ich sich nicht selbst in seiner Gewissheit begründen, sondern muss die absolute Transzendenz Gottes voraussetzen. Diese Selbstbegrenzung der Vernunft wird von einigen als Vollendung der Philosophie des deutschen Idealismus betrachtet. Die Vernunft selbst setzt demnach dem individuellen vernünftigen Begreifen Grenzen. Andere Positionen bestreiten, dass das Ich nur in Gegenposition zu Gott konstituiert ist.
Schelling beeinflusste die Philosophie seines Jahrhunderts und darüber hinaus, u. a. Schopenhauer, Nietzsche, Freud, Scheler, in anthropologischen und psychiologischen Fragen. Darüber hinaus beeinflusste er auch Existenzphilosophen wie Kierkegaard und Heidegger sowie Lebensphilosophen wie Bergson, die das Leben ganzheitlich einschliesslich seiner nicht-rationalen, kreativen und dynamischen Elemente betrachteten.
Werke:
Ideen zu einer Philosophie der Natur (1797)
Von der Weltseele (1798)
Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie (1798/99)
System des transzen des transzendentalen Idealismus (1800)
Vorlesungen zur Philosophie der Mythologie und der Offenbarung (1808)
Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit (1809)
Die Weltalter (1813)
Quellen und Literatur:
Wikipedia
Meyers Grosses Taschenlexikon
-
Frank, M.: Eine Einführung in Schellings Philosophie; Frankfurt/M. 1985
Rosenau, H.: Die Differenz im christologischen Denken Schellings; Frankfurt/M. 1985
Oesterreich, P. L.: Philosophie, Mythos und Lebenswelt. Schellings universalhistorischer Weltalter-Idealismus und die Idee eines neuen Mythos; Frankfurt/M. 1985
Schneider, Wolfgang: Ästhetische Ontologie. Schlegels Weg zur Identitätsphilosophie; Bern u. FFM, 1983
Kirchhoff, J.: Friedrich Wilhelm von Schelling.; Reinbek/Hamburg 1982
Hasler, Ludwig (Hg.): Schelling. Seine Bedeutung für eine Philosophie der Natur und der Geschichte. Referate und Kolloquien der Internationalen Schelling Tagung; Stuttgart 1981
Samstag, 7. Dezember 2013
LONG JOHN SILVER ERINNERT SICH: DIE GANZE NETTE GESELLSCHAFT WIRD VORGESTELLT (ALLES REIZENDE GENTLEMEN)
Der Anfang von BJÖRN LARSSONS ROMAN "LONG JOHN SILVER" ist großartig. Es lohnt sich, diesen hier ganz zu zitieren:
"Wir schreiben 1742. Ich habe lange gelebt. Die ich gekannt habe, sind alle tot. Einigen von ihnen habe ich selbst in jene andere Welt verholfen, falls es sie gibt. Ich hoffe jedenfalls mit aller Kraft, daß es sie nicht gibt, denn in der Hölle würden wir uns wiedersehen. PEW, DER BLINDE, ISRAEL HANDS, BILLY BONES, MORGAN, der Idiot, der es gewagt hat, mir den SCHWARZEN FLECK zu verpassen, und die anderen alle, und sogar FLINT, Gott steh ihm bei, falls es Gott gibt."
Gleich am Anfang werden die Hauptgestalten des Romans eingeführt. Diese sind im doppelten Sinne "Gestalten". Der Leser merkt sofort, daß es sich bei den "feinen Gentlemen" nicht um einen frommen Gesangsverein handelt.
Etwas selbstgefällig behauptet SILVER:
"Alle hatten Angst vor mir, sogar FLINT, der im übrigen der mutigste Mann war, den ich jemals gesehen habe."
Über BLIND PEW erfahren wir, daß ihm beim Entern der "Rose" eine Lunte im Gesicht explodiert sei, weshalb er nun blind sei. Dies scheine ihm aber nichts auszumachen. PEW warf SILVER einen Stock wie einen Speer hinterher, wobei es ihm gleich gewesen wäre, wenn er einen damit durchbohrt hätte, denn:
"PEW hielt dergleichen für unterhaltend."
SILVER jedoch fing den Stock auf. Er bemerkt:
"Mit Verlaub, wenn ich PEW einen Küppel zwischen die Beine werfen konnte, dann tat ich es auch. Trotzdem haßte er mich nicht. Wahrscheinlich ging dergleichen über seinen geringen Verstand hinaus."
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Wie man sieht: Alles liebenswerte Leute mit Einser-Abitur.
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Und bei ROBERT LOUIS STEVENSON, "TREASURE ISLAND" lesen wir über SILVER:
"As I was waiting, a man came out of a side room, and, at a glance, I was sure he must be LONG JOHN. His left leg was cut off close by the hip, and under the left shoulder he carried a crutch, which he managed with wonderful dexterity, hopping about upon it like a bird. He was very tall and strong, with a face as big as ham-plain and pale, but intelligent and smiling." (chapter 8)
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dexterity=Geschicklichkeit
plain=gewöhnlich
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The one-legged sailor!
Mittwoch, 4. Dezember 2013
OLD FLINT KONNTE GANZ SCHÖN VIEL TRINKEN!
"FLINT saß da wie immer, so, wie sich das gehörte, unter Wahrung seines Rufs mit einem eigenen Rumfäßchen. Bevor der Abend zu Ende war, würde er es ausgetrunken haben. FLINT konnte Rum trinken wie kein anderer. Wenn alle anderen umgefallen waren, saß FLINT noch immer aufrecht mit glänzenden Augen da und starrte ins Feuer. Je mehr er trank, desto ruhiger wurde er. Zuletzt sagte er meist überhaupt nichts mehr, saß nur da und glotzte."
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Mensch, konnte der trinken!
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BJÖRN LARSSON: LONG JOHN SILVER. Der abenteuerliche Bericht über mein freies Leben und meinen Lebenswandel als Glücksritter und Feind der Menschheit. Goldmann, Berlin 1996, S. 23.
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An dieser Stelle liest man über die ganze erlauchte Versammlung auch dies:
"Einige prahlten laut mit ihren Großtaten, als würden die davon besser, daß man heulte wie ein Wolf. MORGAN, der nicht viel weiter als bis sechs zählen konnte, hatte seine Würfel hervorgezogen und lockte alle und jeden, sie sollten um ihren Teil der Beute spielen. (...)
PEW irrte herum, wie immer, und suchte Streit, war jedoch verwirrter als sonst. DER SCHWARZE HUND drehte seine Runden um einige Neue und Junge. (...)"
---
Mit zunehmendem Alkoholkonsum wurde FLINT weinerlich. SILVER fragte ihn, worüber er betrübt sei:
"'Über all die guten Seeleute, die tot sind', hatte er weinerlich geantwortet. 'Wegen nichts', sagte er.
'Aber Ihr und ich, wir leben doch und sind noch rüstig', hatte ich eingewandt, um ihn aufzumuntern.
'Und was habe ich davon?' hatte er ins Blaue hinein geantwortet.
Das, glaube ich, war das einzige Mal, daß ich FLINT nicht verstanden habe. Aber wer weiß, ob es ihm anders ging."
---
"Fifteen men on the dead man's chest-
Yo-ho-ho, and a bottle of rum!"
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Mensch, konnte der trinken!
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BJÖRN LARSSON: LONG JOHN SILVER. Der abenteuerliche Bericht über mein freies Leben und meinen Lebenswandel als Glücksritter und Feind der Menschheit. Goldmann, Berlin 1996, S. 23.
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An dieser Stelle liest man über die ganze erlauchte Versammlung auch dies:
"Einige prahlten laut mit ihren Großtaten, als würden die davon besser, daß man heulte wie ein Wolf. MORGAN, der nicht viel weiter als bis sechs zählen konnte, hatte seine Würfel hervorgezogen und lockte alle und jeden, sie sollten um ihren Teil der Beute spielen. (...)
PEW irrte herum, wie immer, und suchte Streit, war jedoch verwirrter als sonst. DER SCHWARZE HUND drehte seine Runden um einige Neue und Junge. (...)"
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Mit zunehmendem Alkoholkonsum wurde FLINT weinerlich. SILVER fragte ihn, worüber er betrübt sei:
"'Über all die guten Seeleute, die tot sind', hatte er weinerlich geantwortet. 'Wegen nichts', sagte er.
'Aber Ihr und ich, wir leben doch und sind noch rüstig', hatte ich eingewandt, um ihn aufzumuntern.
'Und was habe ich davon?' hatte er ins Blaue hinein geantwortet.
Das, glaube ich, war das einzige Mal, daß ich FLINT nicht verstanden habe. Aber wer weiß, ob es ihm anders ging."
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"Fifteen men on the dead man's chest-
Yo-ho-ho, and a bottle of rum!"
Sonntag, 10. November 2013
FRED HOYLE: IM ANFANG WAR EINE SUPERNOVA
1944 machte der Wissenschaftler FRED HOYLE diesen Vorschlag: Unser Sonnensystem ist das Ergebnis einer Supernova. Träfe dies zu, so wäre unser System so häufig, wie es Supernovae gibt (und das sind nicht gerade wenige). Seit ca. 1000 Jahren wurden einige dieser kosmischen Explosionen von den Astronomen registriert. So gilt der sog. Krebsnebel als Überrest einer solchen Supernova. Dieser wurde 1054 von chinesischen Astronomen beobachtet.
KANT, LAPLACE und UREY hingegen sind Vertreter der sog. "Nebelhypothese", wonach das Sonnensystem durch Kondensation eines Nebels entstanden sei. Trifft dies zu-und alles sieht heute danach aus-so gäbe es neben den sonnenähnlichen Sternen jede Menge Planeten. Dies wurde gestützt durch die Entdeckung von BARNARDS STERN (Entfernung von der Sonne: 5, 97 LJ). E. E. BARNARD fand diesen Stern 1916 in der Wildnis am Nachthimmel. 1965 forschte PETER VAN KAMP in dieser Richtung weiter. Er untersuchte die etwas abweichende Bahn von BARNARDS STERN und fand dabei einen Planeten. Dieser kreist um den Stern in einer Entfernung von 672 Millionen km. Das ist ganz schön weit! Doch nicht genug damit. 1969 entdeckte er einen weiteren Planeten. Dieser Planet hat 0, 8 Erdmassen und bewegt sich um den Stern in wesentlich geringerem Radius.
(Luis E. Navia)
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Seit dieser Zeit werden immer neue Planeten entdeckt. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch eine zweite Erde entdeckt wird. Vielleicht ist ja da alles ganz toll!
(Sollte die auch nichts sein, kann man ja auf eine dritte etc. hoffen.)
---
LUIS E. NAVIA: UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS. DAS WELTBILD EINST UND HEUTE. HEYNE VERLAG, MÜNCHEN 1979 (THE BRIDGE OF THE STARS), S. 55 ff.
KANT, LAPLACE und UREY hingegen sind Vertreter der sog. "Nebelhypothese", wonach das Sonnensystem durch Kondensation eines Nebels entstanden sei. Trifft dies zu-und alles sieht heute danach aus-so gäbe es neben den sonnenähnlichen Sternen jede Menge Planeten. Dies wurde gestützt durch die Entdeckung von BARNARDS STERN (Entfernung von der Sonne: 5, 97 LJ). E. E. BARNARD fand diesen Stern 1916 in der Wildnis am Nachthimmel. 1965 forschte PETER VAN KAMP in dieser Richtung weiter. Er untersuchte die etwas abweichende Bahn von BARNARDS STERN und fand dabei einen Planeten. Dieser kreist um den Stern in einer Entfernung von 672 Millionen km. Das ist ganz schön weit! Doch nicht genug damit. 1969 entdeckte er einen weiteren Planeten. Dieser Planet hat 0, 8 Erdmassen und bewegt sich um den Stern in wesentlich geringerem Radius.
(Luis E. Navia)
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Seit dieser Zeit werden immer neue Planeten entdeckt. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch eine zweite Erde entdeckt wird. Vielleicht ist ja da alles ganz toll!
(Sollte die auch nichts sein, kann man ja auf eine dritte etc. hoffen.)
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LUIS E. NAVIA: UNSERE WIEGE STEHT IM KOSMOS. DAS WELTBILD EINST UND HEUTE. HEYNE VERLAG, MÜNCHEN 1979 (THE BRIDGE OF THE STARS), S. 55 ff.
Dienstag, 5. November 2013
ALLES KREIST!
HERAKLIT spricht: PANTA RHEI=ALLES FLIESST und
WIR STEIGEN NICHT ZWEIMAL IN DENSELBEN FLUSS.
Für das WELTALL hingegen gilt: ALLES KREIST!
1.) die Erde mit 29, 76 km/ sek. um die Sonne
2.) die Sonne plus Planetensystem mit 320 um das Zentrum der Galaxis
3.) die Galaxis selbst bewegt sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit (Ja, wohin? Keine Ahnung. Ins kosmische Nichts. Wir wissen: Die Milliarden von Galaxien bewegen sich immer schneller voneinander weg.)
Stillstand: gibt es nicht.
einen Mittelpunkt: auch nicht.
die Sonne: nichts Besonderes
die Erde: noch viel weniger
die Menschheit: nun, ja.
(Prof. Lesch ("Alpha Centauri") macht einmal diesen trefflichen Witz dazu: Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: Wie geht's? Sagt der andere: Nicht gut, ich habe homo sapiens. Sagt wiederum der eine: Das geht vorbei.-)
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Navia, S. 53 f.
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Ende der Durchsage.---
WIR STEIGEN NICHT ZWEIMAL IN DENSELBEN FLUSS.
Für das WELTALL hingegen gilt: ALLES KREIST!
1.) die Erde mit 29, 76 km/ sek. um die Sonne
2.) die Sonne plus Planetensystem mit 320 um das Zentrum der Galaxis
3.) die Galaxis selbst bewegt sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit (Ja, wohin? Keine Ahnung. Ins kosmische Nichts. Wir wissen: Die Milliarden von Galaxien bewegen sich immer schneller voneinander weg.)
Stillstand: gibt es nicht.
einen Mittelpunkt: auch nicht.
die Sonne: nichts Besonderes
die Erde: noch viel weniger
die Menschheit: nun, ja.
(Prof. Lesch ("Alpha Centauri") macht einmal diesen trefflichen Witz dazu: Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: Wie geht's? Sagt der andere: Nicht gut, ich habe homo sapiens. Sagt wiederum der eine: Das geht vorbei.-)
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Navia, S. 53 f.
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Ende der Durchsage.---
Sonntag, 3. November 2013
GROSSE DENKER: DIE 3-STADIEN-THEORIE DES AUGUSTE COMTE
Nach COMTE hat die Menschheit drei Stadien durchlaufen:
1.) das theologische Stadium: natürliche Phänomene werden mangels Wissen übernatürlich "erklärt"; hierzu gehört der Aberglaube und sonstiger Hokuspokus; Aberglaube=Religion (!); beide würden zum Primitivismus gehören (!); primitive Völker der heutigen Zeit werden dadurch charakterisiert; auch primitive Individuen nicht primitiver Völker (man denke nur an die Unzahl von "Erleuchtern" und deren gut zahlende Kundschaft).
2.) das philosophische bzw. metaphysische Stadium: die Natur ist das Ergebnis natürlicher Kräfte, die allerdings unsichtbar sind; dies sind z.B. die Ideen und Prinzipien (habe nie welche gesehen, geht ja auch nicht, da praktischerweise unsichtbar; es soll sie aber geben, s. Platon: Ideenlehre).
3.) das positivistische bzw. wissenschaftliche Stadium=höchstes Stadium (mehr geht da nicht): natürliche Vorgänge werden korrekt und exakt beschrieben, indem die kausalen Zusammenhänge aufgedeckt und dargestellt werden; 1) und 2) sind nun überflüssig, da der Unkenntnis entsprungen; außerdem würden lästige Geheimnisse eh nur die Lebensfreude behindern (!); dieser Zustand habe im 19. Jh. begonnen; empirische Wissenschaft als höchste Leistung (!).
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Quelle: Luis E. Navia, S. 81 f.
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AUGUSTE COMTE, geb 1798, steht wie E. Mach und M. Schlick "in scharfem Gegensatz zur theologischen, metaphysischen Gedanken und erstreben die Erkenntnis von rein Tatsächlichem."
Dummerweise fühlte er sich in späten Jahren als "Meister" bzw. "Directeur" einer neuen Schule und Religion.
Schriften: COURS DE PHILOSOPHIE POSITIVE
DISCOURS SUR L'ESPRIT POSITIF
SYSTÈME DE POLITIQUE POSITIVE OU TRAITÉ DE SOCIOLOGIE INSTITUANT LA
RELIGION DE L'HUMANITÉ
Nach COMTE gebe es "keine anderen, wirklichen Kenntnisse als die, welche sich auf beobachtete Tatsachen stützen."
Addendum zur 3-Stadien-Theorie:
"Das theologische Denken löste sich im 14.-18. Jahrhundert auf. Im metaphysischen Stadium werden 'Wesenheiten' fingiert, z.B. eine 'Lebenskraft', eine hintergründige 'Substanz'. Erst im positiven Stadium verzichtet der Mensch auf 'chimärische Hoffnungen' und fragt nicht 'nach den ersten Ursachen oder den letzten Zwecken' oder nach dem 'Unbedingten'."
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JOHANNES REHMKE: GESCHICHTE DER PHILOSOPHIE, Lizenzausg. mit freundlicher Genehmigung der Akademischen Verlagsgesellschaft, Athenaion, Wiesbaden, o. J., S. 305 ff.
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ad 1) Wer schon mal Sektierer auf dem Hals gehabt hat, dem wird vielleicht der Gedanke gekommen sein, daß NIETZSCHES These vom Tod Gottes doch etwas voreilig war. Aber vielleicht sind die ja gar nicht die Abgesandten Gottes, sondern von einem ganz anderen... (vgl. auch Navia, S. 84)
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Philosophandum est!
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