Inzwischen waren sowohl die Hand als auch der Unterarm, als auch die nächste Schulter fast bis zur Mitte angeschwollen: auch eine Entzündung nahe der eingeschnittenen Schwellung war schon entstanden. In so großer Gefahr werden die Ärtzte herbeigerufen, auch diejenigen, die sich in der Chirurgie gut (tüchtig) auskennen, bei diesen VALSALVA. Nachdem dieser die Sache sorgfältig erwogen (untersucht, geprüft) hatte, ist er so zur Behandlung übergegangen (geschritten). Zuerst hemmte (schränkte ein; "binden") das Band (Sehne), das sie jetzt (heutzutage) "torcular" (torculum=Presse, Kelter; torquere=drehen, winden) so (derart) die Schulter, so daß es für sie (die Schulter?-oder: für ihn=Valsalva)) nötig war, daß jene schnell und leicht gelockert werden konnte. Dann dehnte die Wunde sich aus, die von dem Chirurgen, wie wir gesagt haben, dem Tumor zugefügt wurde (worden war) gegen die oberen Teile (Partien) hin entlang (gemäß) dem gewohnten Weg der Arterie. Während so die ganze Höhlung des Tumors offenstand, die fast die Faust erfaßt hätte, ließ er das Blut auslaufen, von dem es viel gab, sowohl geronnenes als auch flüssiges, wusch die Stelle gut mit Schwämmen ab, die von warmem Wein feucht waren. Nachdem dies getan war, befahl er, daß die Sehne unterdessen (so lange) gelockert werde, bis das herausfließende Blut den Platz der verwundeten Arterie verriet.
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Ich glaube, der hat's überlebt.
Mittwoch, 28. Februar 2018
JOHANNES BAPTISTA MORGAGNUS: DE SEDIBUS..., LIB. 4, TOMUS 3, EPISTULA 7, 7 (1)
Durch einen Chirurgen (chirurgo: durch einen Arzt; einem Arzt; auch: einem Handwerker!!-dem widerspricht aber der folgende Satz) von 18 Jahren (dem widerspricht, daß er Arzt war!) wird, während (ihm) wegen einer Brusterkrankung Blut aus dem Arm gelassen wird, eine Arterie verletzt. Dieser hatte "geschickt" (um Hilfe?)/ (sagen lassen, von sich gegeben, gemeldet (den Fall?) auch: (Blut) abgezapft!-der Arzt?), im Glauben, daß er eine Vene eingeschnitten habe, verbindet nicht anders die Wunde, als wenn er nichts außer (=nur) eine Vene eingeschnitten (verletzt) hätte. Nach einigen Tagen wird eine Schwellung am Unterarm (Ellenbogen, Elle) bemerkt: diese (dieser) wächst innerhalb von mehr als 20 Tagen (oder wächst weiter) zur Größe eines Apfels. Diesen schneidet ein Chirurg, glaubend, daß mehr darunterliegt (verborgen sei, vorliegt). Aus dem Einschnitt beginnt Blut herauszufließen (heraus zu gehen) doch ohne Gewalt (langsam; ohne schnellen Lauf), wobei blutige (blutrote) Häufchen (Klumpen) hinderlich waren (hinderten) und den Ausgang gleichsam ganz schlossen. Aber drei Tage später, bahnte es sich einen Weg, das Blut brach hervor: und zwar nicht nur an jenem, sondern auch an zwei sehr nahe aufeinanderfolgenden Tagen, einmal allerdings täglich und in der Menge, die (daß sie) mit blutstillenden Mitteln (Medikamenten) in keiner Weise wegging und den Kranken gleichsam zur Bewußtlosigkeit ("Mangel des Geistes") führte.
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Dienstag, 27. Februar 2018
MORGAGNUS: LIB. 4, 50, 6: TUMOR AN DER HAND EINER MATRONA, SCHMERZEN PLUS ZITTERN
Aber schon wollen wir zu anderen Tumoren der anderen Art der oberen und unteren Glieder kommen, die von VALSALVA beobachtet wurden, nachdem der Anfang mit diesen gemacht wurde (war), die, schlecht bearbeitet (vollendet, durchgeführt), dem Schneiden (auch: Einteilen) der Adern folgten. Ich übergehe aber (mitto=ich schicke; auch: unerwähnt lassen) (den Tumor), den er (Valsalva) bei einer vornehmen Ehefrau sah wegen eines von einer Ader "gestochenen" (schmerzenden) Bandes (Sehne) oder eines Nervs, an der mit (unter) heftigstem Schmerz sehr stark anschwellenden Hand, die, nachdem er sich beruhigt hatte, ununterbrochen zitterte: dieses Zittern der Hand ("manus" steht sehr weit von "tremor" entfernt; Hyperbaton?-oder: acc. graec. was die Hände angeht; ?) ließ seitdem in keiner Weise nach (non modo: für "nullo modo"-?-; non modo=nicht nur: würde vielleicht (auf den ersten Blick) keinen Sinn ergeben wegen des "perstabat=blieb; doch könnte man die Stelle evtl so auffassen: detumescere=aufhören anzuschwellen=nicht weiter anschwellen; schwoll nicht nur nicht an (Litotes); d.h der Schmerz wurde nicht nur stärker, sondern er blieb auch noch; posteaquam=postquam: nachdem der Schmerz usw.), sondern blieb bis zu diesem Tage, an dem er das schrieb, nämlich genau (schon) fünf Jahre, ohne daß ein Medikament half (helfen konnte).
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MORGAGNUS: UNTERSUCHUNG DER LEICHE EINER JUNGFRAU, TEIL 2
...das nächste Gelenk strömte durch das Schneiden viel gelbes Serum (Wundflüssigkeit) aus (d.h. es floß viel Serum heraus), das ganz in den kleinen Zellen der "adipösen Membran" ("fettes Häutchen") zurückgeblieben war. Die ganze Höhlung des Brustkorbes füllte die Flüssigkeit von derselben Art auf derselben Seite an, wobei viele Verdickungen dazwischentraten (lagen) von derselben Farbe, von mittlerer Beschaffenheit zwischen "hautartiger" und "eisartiger" (erstarrter, erg. Art), an die sich die meisten Rippen (pleurae; griech. pleura; ?) anschlossen (an denen die meisten Rippen hängten). Die Lungenflügel waren so sehr zusammengezogen, daß sie beim ersten Hinsehen scheinbar fehlten (zu fehlen schienen). Das Herz war überaus klein (winzig). Außerdem, was den Bauch betrifft, war der Boden des "Bäuchleins" (ventriculus; auch: Herzkammer) sehr ausgedehnt: die Milz sehr klein: die Leber von natürlicher Farbe sich zum Dunkelbraunen "neigend" (ins Dunkelbraune übergehend): ihre Blase ("Bläschen") kümmerlich (=klein) und leer ("nichtig"): die Eierstöcke waren weißlich: und obwohl sie ihre natürliche Form (Gestalt) und Größe bewahrten, waren sie dennoch hart geworden (sind festgeblieben).
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MORGAGNUS: DISSECTIONES (2): LIB. 4, EP. 50, 4: LEICHENSCHAU EINER JUNGEN FRAU
Einer jungen Frau (Jungfrau) von lebhaftem Geiste (Verstand, Charakter), die schon einige Jahre lang, infolge des bis zum 50. Jahr geführten Alters, der "monatlichen Reinigungen" entbehrte (sie hatte also keine Menstruation), entstand eine krebsartige Schwellung auf der rechten Seite nahe der Achselhöhle. Diese wuchs allmählich "in die Dicke" (wurde dick), allerdings wenig, aber viel in die Breite und Länge, so daß der Tumor bis zur Achselhöhle kam (die...erreichte). Das nächste Gelenk schwoll "ödömartig". Es kam ein Husten hinzu, Auswurf von "katarrischer" Beschaffenheit (?-auch: Ursache), Schwierigkeit des Atmens, viel Durst und schließlich der Tod. Der Tumor hatte diese Teile, auf denen er sich festgesetzt hatte, soviel (wieviel) wenigstens das Sinnesvermögen wahrnahm (man sehen konnte), nicht tiefer verletzt (in Mitleidenschaft gezogen): ...
Montag, 26. Februar 2018
MORGAGNUS: DISSECTIONES (MORGAGNUS MACHT ERNST!): BAND 4, EPISTULA 50, 3
Band 4: epistula L=50, 3:
Soweit ich recherchieren konnte, gibt es eine Übersetzung der anatomischen Briefe 1-27= Band 1; 2/ 1.
Eine Frau, ungefähr 50 Jahre alt, hatte schon drei Monate an einer harten Schwellung am rechten Teil des Halses gelitten, die länglich war und die Größe von einem Ei erreichte (indici= für den "Entdecker"=der Untersuchende?-ovi galli=Hühnerei?), dessen Basis an der Arterie "Carotidis" (?) (auf derselben Seite war, von wo der Tumor sich nach oben fortsetzte bis zur Teilung dieser Arterie und dort aufhörte. Dieser schmerzte manchmal (sie empfand hier Schmerzen), manchmal brachte (verursachte) er überhaupt (ganz und gar) keinen Schmerz. Schließlich, ungefähr 20 Tage vor dem Tod, fing er an sie häufiger zu quälen, besonder genau an der Stelle (Grenze, Gebiet) der "larynx", so daß er sie zwang, mit einem seltsamen (ungewöhnlichen) Schnarchen zu atmen, welches in der Kehle begleitet war von einem Gefühl des Brennens. Daher erschöpfte (schwächte) er die Frau. Ich will hier nicht, wie ich es bei einer anderen Schwellung (Geschwulst) tat, die an der linken Seite der Kehle in gleicher Weise hart (ebenso hart) wie von keinem erwähnenswerten Puls (und nachdem kein Puls "erwähnt" worden war (von Valsalva), Valsalva beschrieb, ich will dir also nicht, meine Vermutungen darlegen: du sollst selbst, wie du es lieber möchtest (gerne möchtest), urteilen. Ich aber werde dazu übergehen, gewissere Dinge aufzuschreiben.
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Soweit ich recherchieren konnte, gibt es eine Übersetzung der anatomischen Briefe 1-27= Band 1; 2/ 1.
Eine Frau, ungefähr 50 Jahre alt, hatte schon drei Monate an einer harten Schwellung am rechten Teil des Halses gelitten, die länglich war und die Größe von einem Ei erreichte (indici= für den "Entdecker"=der Untersuchende?-ovi galli=Hühnerei?), dessen Basis an der Arterie "Carotidis" (?) (auf derselben Seite war, von wo der Tumor sich nach oben fortsetzte bis zur Teilung dieser Arterie und dort aufhörte. Dieser schmerzte manchmal (sie empfand hier Schmerzen), manchmal brachte (verursachte) er überhaupt (ganz und gar) keinen Schmerz. Schließlich, ungefähr 20 Tage vor dem Tod, fing er an sie häufiger zu quälen, besonder genau an der Stelle (Grenze, Gebiet) der "larynx", so daß er sie zwang, mit einem seltsamen (ungewöhnlichen) Schnarchen zu atmen, welches in der Kehle begleitet war von einem Gefühl des Brennens. Daher erschöpfte (schwächte) er die Frau. Ich will hier nicht, wie ich es bei einer anderen Schwellung (Geschwulst) tat, die an der linken Seite der Kehle in gleicher Weise hart (ebenso hart) wie von keinem erwähnenswerten Puls (und nachdem kein Puls "erwähnt" worden war (von Valsalva), Valsalva beschrieb, ich will dir also nicht, meine Vermutungen darlegen: du sollst selbst, wie du es lieber möchtest (gerne möchtest), urteilen. Ich aber werde dazu übergehen, gewissere Dinge aufzuschreiben.
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MORGAGNUS 11: DIE VITAE SEINER FREUNDE (GUGLIELMINI, VALSALVA)-DIE 18 BRIEFE (ÜBER DAS WERK SEINES LEHRERS VALSALVA UND ÜBER ANATOMISCHE GEGENSTÄNDE)
Und wir dürfen dies nicht von den Werken abtrennen, die Morgagnus in den "milderen Musen" (den schöngeistigen) geschrieben hat, nämlich die Lebensbeschreibungen des Domenico Guglielmini und des Antonio Valsalva, denen er nicht nur das Lob des sorgfältigen und geschmackvollen Autors "überbringt", sondern auch eines äußerst wohlwollenden Freundes; diese nämlich hatte er lebend (als sie noch lebten) mit jeder Schuldigkeit (Ehrbezeigung, Aufmerksamkeit) und noch dazu vielmehr mit Treue (Freundesliebe) verehrt, tot (als Tote, als sie tot waren) wollte er sie dem Andenken der Wissenschaft übergeben (anvertrauen), doch zeigte er das Licht seines Verstandes und einen dankbaren wie liebevollen Sinn (Geist, Charakter, Sinnesart) besonders bei diesen Dingen (Worten), die er über Valsalva schrieb. Denn diesen Lehrer, wie wir anfangs zeigten (auseinandersetzten) hatte er gebraucht (d.h. er war für ihn von großem Nutzen). Daher "machte er es nicht nur" (er bewirkte, brachte zustande), daß dessen Leben sehr reich (vollkommen) war von jenen Dingen, die sich darauf bezogen, jenes klar darzulegen (aufzuhellen, bekanntzumachen), sondern er schrieb (entwarf) auch 18 Briefe, die die Werke desselben Mannes auf bewunderungswürdige Weise beleuchten: 11 dieser Briefe betreffen eine Abhandlung über das menschliche Ohr: die übrigen handeln in schönster Weise (in geschmackvoller Weise) von verschiedenen anatomischen Gegenständen von großer Bedeutung, den Eingeweiden, den Gefäßen des Herzens, den Herzklappen (?; "Flügeltürchen"), Nerven und Augen, und mehrere haben (beinhalten) Beobachtungen, die auf die Praxis (das Tun; die Tätigkeit) ein großes Licht werfen.
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