Montag, 6. Juni 2016

GÜNTER PAUL VS. CARL SAGAN: INTERSTELLARE RAUMFLÜGE MÖGLICH-EINE MILLION TECHNISCHE ZIVILISATIONEN!

Der Astrophysiker GÜNTER PAUL äußert sich dazu, weit weniger optimistisch:
"Das ist das Problem, wenn man sich auf das Glatteis der Diskussionen über interstellare Raumflüge begibt: Irgendwann überschreitet man unmerklich die nicht genau definierte Grenze des Möglichen. Selbst wenn man von haltbaren Voraussetzungen ausgeht, steht am Ziel meist doch die Phantasie., die mit der Realität nichts mehr gemein hat."
Ausgehend von der GREEN-BANK-FORMEL, ergeben sich, falls "man vernünftige Werte" einsetzt, eine Million technischer Zivilisationen nur in der Milchstraße! SAGAN glaubt nun, daß diese alle interstellare Raumflüge durchführen, da-Berufsoptimist, der er ist-alles technisch Machbare auch gemacht werde. Jede dieser Zivilisationen würde nun pro Jahr ein Raumschiff losschicken, das 1000-10 000 Jahre unterwegs sein soll! Weiter nimmt er folgendes an: Die technische Phase einer solchen Zivilisation dauert 10 Millionen Jahre.-Jedem dieser Raumschiffe gelingt pro Jahr ein Kontakt.
Das wären dann jede Menge Kontakte, nämlich eine Million! Oder 10 Millionen Kontakte pro Lebenszeit einer jeden Zivilisation! Nun folgert er weiter: Ein Bruchteil davon, der dennoch nicht unerheblich ist, finde zwischen fortentwickelten Zivilisationen statt. Aufgrund der langen Flugdauer-1000-10 000 Jahre (s.o.) seien nach einer "Weile" immer 1000-10 000 Raumschiffe pro Zivilisation unterwegs. Geht man von einer Million technischer Zivilisationen aus, dann sind es, wenn man die Flugdauer mit der Gesamtheit der Zivilisationen multipliziert-sage und schreibe-1-10 MILLIARDEN solcher Raumkreuzer (Bleibt nur die Frage: Wer soll die alle bauen und bezahlen?). SAGAN rechnet nun weiter: Anzahl der Sterne=100 Milliarden geteilt durch 1 Million Kontakte im Jahr (10 hoch 11 geteilt durch 10 hoch 6=10 hoch 5=100 000), also: jeder Stern wird alle 100 000 Jahre besucht!
GÜNTER PAUL hält die Annahme, daß jede Zivilisation 10 Millionen Raumschiffe im Laufe ihrer Entwicklung losschicke, für anfechtbar. Auch die GREEN-BANK-FORMEL enthalte einige Fehler: Die Lebensdauer einer Zivilisation sowie die anderen Schätzwerte, die ja multipliziert werden, und so das Ergebnis verfälschen.
GÜNTER PAUL folgert daraus:
"Nein, wenn wir Menschen Kontakt zu fremden Zivilisationen suchen, dann sollten wir die Raumfahrt vergessen...Kontakt zu fremden Zivilisationen können wir allenfalls mit Hilfe der Radioastronomie erzielen..."
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GÜNTER PAUL: UNSERE NACHBARN IM WELTALL, auf der Suche nach außerirdischen Intelligenzen, Heyne, München 1976.

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